In eigener Sache

Rückmeldungen zum Themenheft „Zweitsprachenunterricht"

Klaus Civegna, Mitarbeiter am Italienischen Pädagogischen Institut, hat die Redaktion darauf aufmerksam gemacht, dass sich in Heft 5/2007 zum Zweitsprachenunterricht kein Hinweis auf das Projekt „Europäisches Sprachenportfolio für Südtirol“ findet, in dem die drei Pädagogischen Institute und die drei Schulämter seit 2002 erfolgreich zusammenarbeiten. Rita Gelmi, Inspektorin für den Unterricht der Zweiten Sprache Italienisch am deutschen Schulamt, hat meine Äußerungen in „frei herausgesagt“ angesprochen: „Sie sagen, Sie persönlich haben erst nach der Matura die Zweite Sprache mühsam nachlernen müssen. Und die Eigenverantwortung beim Lernen in der Schule? Haben Sie in Ihrer Schulzeit nie mit Ihren Lehrpersonen über die Zweite Sprache, ihren Stellenwert, die Lernmöglichkeiten gesprochen? Wurde zu Ihrer Zeit das Thema nie diskutiert? Heute werden durch das Europäische Sprachenportfolio derartige Reflexionen angeregt.“

Gewiss, das Europäische Sprachenportfolio eröffnet neue Wege, bedarf aber noch einer weitreichenden Verbreitung und Verankerung in Schule und Unterricht. Meine persönliche Lernbiografie sei mir unbenommen; sie steht für spezifische schulische Erfahrungen in unserem Land. Im Wortsinne sind diese Erfahrungen „frei herausgesagt“ und legitim. Gar manche Schülerinnen und Schüler, auch Studierende und junge Lehrerinnen und Lehrer können auch heute noch Ähnliches berichten. Andere haben sicher weit Positiveres erlebt.
Als pädagogische Zeitschrift, die sich für die Arbeit der Institutionen (Schulamt, Pädagogisches Institut, Universität…) interessiert, diese wertschätzt und kritisch-konstruktiv zu beleuchten versucht und in entsprechenden Beiträgen auch einbezieht, versuchen wir die schulischen Entwicklungen in jedem Fall auch aus anderen Perspektiven aufmerksam zu verfolgen. Hierbei gewinnen Sichtweisen und Erfahrungen der „Basis“ – sowohl von Einzelschulen als auch von Lehrerinnen und Lehrern – eben auch Gewicht. Insofern vernimmt „forum schule heute“ die unterschiedlichsten Stimmen aus der Schule – von Lehrkräften, Schulführungskräften, Eltern, Schülerinnen und Schülern, eben von allen an Bildungsprozessen Beteiligten und nach Möglichkeit auch von Außenstehenden – und gibt diesen Platz. Hier wie dort laufen die Entwicklungen niemals simultan. Auch die Wahrnehmungen sind äußerst unterschiedlich.
Unsere Zeitschrift verfolgt pädagogische Ziele und ist zugleich ein Spiegel unterschiedlicher Realitäten. Darin sehen wir unseren Verdienst. Es entspricht unserem Konzept, mit diesem Spagat umzugehen und Diskurse anzuregen. Es ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, die vielfach gelingt, wo die Redaktion leider manchmal auch an ihre Grenzen stößt.

Abgesehen davon, dass das Titelbild unserer letzten Ausgabe nicht auf ungeteilte Zustimmung gestoßen ist – die abgetrennte Zunge im Weckglas hat vielerlei Assoziationen hervorgerufen, wurde vereinzelt sogar als Provokation empfunden, aber von vielen Lehrerinnen und Lehrern auch mit ihrer symbolischen Aussage wahrgenommen – hat uns nach dem Erscheinen der letzten Ausgabe besonders auch viel mündliches Feedback zur behandelten Thematik erreicht.

Feedback gibt uns stets Anlass zu interner Diskussion und bietet sich an als willkommene Lernchance. In diesem Sinne bedanken wir uns für alle Rückmeldungen.

Im Namen der Redaktion: Johannes Kofler, Chefredakteur

 

 

 

 

 

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