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Konfrontierung mit dem künftigen Berufsfeld Reflexion von Praxiserfahrungen – wie es gemacht wird und was es bringt
Die Anforderungen an Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen sind sehr hoch, die Kompetenzen, die sie aufweisen sollen, komplex. Die Ausbildung der Kindergartenpädagogin/des Kindergartenpädagogen stellt eine große Herausforderung dar – nicht nur für die Studierenden, auch für die Ausbildungsstätte und somit für alle, die hier mitwirken und Verantwortung tragen.
von Ursula Primus
Eine praxisnahe Ausbildung ist unerlässlich. Die Praktika stellen einen ganz wesentlichen und zentralen Bestandteil des Studiums dar. Durch die Praktika erleben die Studierenden die Beziehung von „Theorie“ und „Praxis“, sie sammeln erste Erfahrungen im Berufsfeld und haben so die Möglichkeit, sich praxisrelevante Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erarbeiten; sie werden durch die Praktika mit der Realität des Berufsalltages konfrontiert. Nicht zuletzt stärken Praxiserfahrungen im Idealfall die Motivation der Studentin/des Studenten für den gewählten pädagogischen Beruf. Die vielfältigen Erfahrungen in unterschiedlichen Alltagsituationen sollen den Studierenden nicht zuletzt eine (selbst-) kritische Reflexion der beruflichen Kompetenzen ermöglichen.
Praktika als „Strukturierung von Schlüsselprozessen“ Jeder ziel- und ergebnisorientierte Lernprozess braucht Vorbereitung, Planung und Strukturierung. Das gilt auch für das Lernen von Berufskompetenzen im „Praxisfeld“.
Die Vorbereitung der Praktika Das Praktikumsamt der Fakultät für Bildungswissenschaften ist nicht nur für die Administration und Organisation der Praktika verantwortlich – für Studierende und Tutoren stellt das Praktikumsamt die sichtbare und räumlich erfassbare Nahtstelle von „Theorie“ und „Praxis“ an der Fakultät dar. Neben der Tutorin am Praktikumsort im Kindergarten/in der Schule hat jede Studentin auch eine ihr zugeteilte Praktikumskoordinatorin, die als Ansprechpartnerin und Lern-begleiterin der einzelnen Ausbildungsjahrgänge die Praktika betreut. Die Vorbereitung auf die Aufgabenstellungen der jeweiligen Praktika geschieht in der Studiengruppe, vorzugsweise in Teilgruppen und durch die Praktikumskoordinatorinnen und fachverantwortlichen Dozenten. Damit es zu „Schlüsselprozessen“ im Praktikum kommt, müssen schon in der Vorbereitung der Praktika die verschiedenen Dimensionen Theorie, Praxis und Vernetzung in folgenden Wissensbereichen berücksichtigt werden:
Die hier knapp skizzierten Bedingungen machen deutlich, dass Berufskompetenzen in Praktika nicht durch „Mitlaufen“ im pädagogischen Alltag erworben werden, sondern dass Praxisanleitung einen strukturierten Prozess darstellt, in dem Praktikant, Tutor und Praktikumskoordinatoren geeignete Erfahrungs- und Lernsituationen schaffen, die im Anschluss gemeinsam reflektiert werden.
Das Praktikum als Entwicklungsprozess Die Praktika der einzelnen Studiengänge bauen aufeinander auf und sind so angelegt, dass sie den Studierenden zur Kompetenzentwicklung – bezogen auf Fach- und Methodenkompetenz, aber auch auf soziale und kommunikative Kompetenz – und zur beruflichen Identitätsfindung verhelfen. Entwicklungsprozesse können nur bedingt „geplant“ werden, so dass die Aufgabenstellungen als Rahmenvereinbarungen gesehen werden. Eine gute Vernetzung der beiden Lernorte „Praxisstelle“ und „Praktikums-amt“ bzw. „Tutoren“ und „Praktikumskoordinatoren“ ist dabei unerlässlich. Um die Erfahrungen zu ordnen und zu reflektieren und sich dem Versuch zu stellen, das eigene Verhalten und die Wirkung der eigenen Person möglichst objektiv zu erfassen, werden während der Praktika Intervisionsgruppen gebildet und Praktikumszwischenbesprechungen mit den Praktikanten, Praktikumskoordinatoren und fachverantwortlichen Dozenten durchgeführt.
Schlüsselsituation „Reflektieren“ im Praktikum Die Reflexion, verstanden als vertieftes Nachdenken über im pädagogischen Alltag erlebte Situationen, gehört zum professionellen Selbstverständnis der(zukünftigen) Kindergartenpädagogen. Die Reflexion soll helfen, neue Handlungsperspektiven zu eröffnen, Situationen klären, eine kritische Einschätzung des eigenen Verhaltens und von dessen Wirkung auf andere ermöglichen. Die professionelle Reflexion erfordert im Gegensatz zum spontanen Nachdenken eine bestimmte Form: Reflexionen werden unter bestimmten Gesichtspunkten durchgeführt, sie orientieren sich an Schwerpunkten und verlangen das Strukturieren der Gedanken. Die professionelle Reflexion soll auch vor „Alltagtheorien“ und zu subjektiv ausgelegten Sichtweisen schützen. Die Formen der Praxisreflexion umfassen regelmäßige Tagesreflexionen, die Reflexion situativer Anlässe, personenbezogene Reflexionen und die Auswertung des gesamten Praktikumsverlaufs. Die Durchführung von regelmäßigen Reflexionsgesprächen stellt ein tragendes Element in der qualifizierten Praktikumsbegleitung dar. Die Tutoren und Praktikumskoordinatoren achten daher darauf, dass zeitnah zu den gemachten Erfahrungen im pädagogischen Alltag regelmäßig gemeinsam reflektiert wird. Die Reflexion des gesamten Praktikumsverlaufs wird nicht nur individuell, sondern auch in der Studiengruppe durchgeführt. Sie dient der Bestätigung erfolgreicher Lernschritte, der Identifizierung noch notwendiger Lernprozesse und der Zielsetzung und Schwerpunktbildung für künftige Praktika.
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PRAXIS |
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