Klärungen nach innen und außen

ASM-Vollversammlung mit lebhafter Podiumsdiskussion

 

Ist die Schule ein Dienstleistungsbetrieb? Diese Frage war Thema der Podiumsdiskussion auf der ASM-Vollversammlung am 7. März 2008 in der EURAC in Bozen. Die Auseinandersetzung mit den Begriffen „Kunden“ und „Dienstleistung“ galt dem Versuch, eine Antwort auf die Frage zu finden, was die Schule zu leisten habe.

von Rosa Monika Laimer

 

Die Schule müsse sich an den Kunden orientieren – ohne Frage sei sie ein Dienstleistungsbetrieb und zwar ein öffentlich finanzierter. Sie müsse daher auch auf die Forderungen der Wirtschaft hören, befand Stefan Pan vom Unternehmerverband. Er verglich die Schule mit einer Investmentbank, die das Kapital Jugend verwalte, und forderte sie auf, offen zu sein für ihre Kunden und den Austausch und Dialog mit der Wirtschaft zu verstärken. Hermann Raffeiner, Direktor des Humanistischen Gymnasiums Meran, sprach von einem Dienstleistungsbetrieb besonderer Art, der leiste und diene, und von der Bildung als Quelle künftigen Wohlstands.

Keinen Dienstleistungsbetrieb sah Schulamtsleiter Peter Höllrigl in der Schule: Bildung sei keine Ware, und Schule die größte kulturelle Veranstaltung im Auftrag einer Gesellschaft. Martina Adami, Vorsitzende des Arbeitskreises Südtiroler Mittel-, Ober- und Berufsschullehrer/innen (ASM), bezeichnete die Verwendung der Begriffe Kunden und Dienstleistung in Bezug auf die Schule als problematisch. Sie zitierte den Forscher im Verwaltungsmanagement Kurt Promberger, für den es in der Schule drei Arten von Kunden gebe: die originären (Schülerinnen und Schüler), die derivativen (Eltern) und die internen Kunden (Lehrpersonen).

Maria Luise Muther, Vorstandsmitglied im ASM, gab dagegen zu bedenken, dass nicht einmal klar wäre, wer die Kunden seien: Schüler/innen, Eltern oder gar Lehrer/innen? Der Begriff sei nach ihrer Meinung reduktiv und eindimensional und deshalb für den Bildungsbereich unbrauchbar.

 

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