| V.A.S. Die Pendelreform Goldene Zeiten brechen an. Endlich hat Italien politische Stabilität gefunden: In wahrhaft schöner Regelmäßigkeit pendelt unser Parlament alle paar Jahre von links nach rechts und wieder zurück – Pendelbewegungen sind etwas Stabiles und vor allem Berechenbares. Und so freute ich mich schon die ganze Zeit auf die ersten konkreten politischen Zielsetzungen unseres Ersten Ritters – ich ging von Berechenbarkeit aus – und er enttäuschte mich nicht: zu den ersten Plänen, die er präsentiert hat, gehört eine Schulreform! Und so findet auch unsere Schullandschaft endlich die so oft geforderte Stabilität: wir pendeln einfach! Wir sind im Reformieren gestählt, können auf reiche Erfahrung zurückblicken und auf ein großes Potenzial an reformwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in allen Bereichen der Schule zurückgreifen. Mir wurde kolportiert, dass einige Inspektoren bereits erste Rundschreiben und Lehrgänge vorbereiten, es sollen auch neue Dienststellen geschaffen werden. Über Inhalte braucht man gar nicht Bescheid zu wissen, wir rudern einfach zurück, Verzeihung, wir pendeln zurück. Zurück zu den guten, alten Zeiten, als es noch einfach war, Lehrerin oder Lehrer zu werden: Matura genügt, ansonsten keine weiteren Berufsaussichten, und solange man nichts Besseres findet... Wie oft hat man schon beklagt, dass Lehrer/innen zu sehr unter Druck seien, dass ihnen zu wenig Zeit bleibe? Tatsächlich ist die derzeitige Ausbildung einfach zu kompliziert, zu langwierig, zu kostspielig. Dieser Druck muss abgebaut werden. Wir wollen die Effizienz erhöhen, die Kaufkraft stärken und Transparenz bei der Ämtervergabe schaffen:
Ich gerate ins Pendeln... äh, Schwärmen, wenn ich mir das Potenzial dieser Schulreform im Detail überlege. |
Satire |
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