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Bildungsleitbild für Schluderns gesucht Ein etwas anderer Praxisbericht mit einem Sketch der Mittelschule Glurns
Bei der Einweihung des Kulturhauses im Juni 2008 führten Mittelschüler/innen den Sketch „Das Schludernser Bildungsleitbild“ auf, der vom Publikum begeistert applaudiert wurde. Die Zuhörenden wurden darin Zeugen einer Sitzung des Bildungsausschusses, der das neue Bildungsleitbild entwirft.
Simone: Verschiedene Vereine möchten demnächst in Sachen ‚Flugplatz' (vom Staat ans Land abgetreten; Anm. d. Red.) aktiv werden. Die Bauern beantragen ein Versuchsfeld für den Anbau von Edelweiß, denn die Klimaänderung macht ihm in letzter Zeit zu schaffen. Experten aus der Brennerstraße sollen zu Rate gezogen werden. Martin: Die Ritter verlangen einen Duellierplatz, wo in ritterlichem Zweikampf kleinere Streitereien außergerichtlich beigelegt werden. Der Ausgang des Kampfes wird durch Los bestimmt. Um Blutvergießen zu vermeiden, werden hölzerne Schwerter und Schreckschusspistolen gratis zur Verfügung gestellt. Die Eröffnung muss schon bald erfolgen. Heuer ist nämlich Wahlkampf und wir sind überzeugt, dass viele Politiker hier antreten werden. Für die Premiere ist ein Dreikampf vorgesehen – zwei gegen einen. Es treten an – die Südtiroler Senatoren. Simone: Die Handwerker fordern ein Ausstellungsgelände für ihre Produkte und einen Kongress zum Thema „Wie kann trotz IRAP und Bürokratie die Munterkeit im Handwerk erhalten werden?“ Kulturreferentin: Danke für eure Beiträge! Solche kurzfristigen Initiativen finden natürlich die Unterstützung der Gemeinde. Doch für ein wirkliches Leitbild reicht das nicht. Vanessa: Da muss ich dir zustimmen. Wir sprechen für die Schule. Wir versuchen das Moderne mit der Tradition in Einklang zu bringen. Gehen wir also von unserer Tradition aus. Wir Schludernser gelten allgemein als langsam. Dabei ist Langsamkeit heute große Mode. Ich möchte nur an das berühmte Buch „Die Entdeckung der Langsamkeit“ erinnern. Und die Weisen aus dem Südtiroler Morgenland, dem Pustertal also, veranstalten jedes Jahr in Toblach ein Symposium zur Nachhaltigkeit. Dabei spricht man hauptsächlich von Entschleunigung . Das Motto der Toblacher Gespräche „Langsamer – weniger – besser – schöner!“ haben die Schludernser schon vorweg genommen und leben es auch. Hannes: Ja – und unser Landesrat für Mobilität hat diese Anregungen ernst genommen und gleich einige Pendlerzüge gestrichen. Schade, dass unser Herbert (Denicolò) nicht mehr kandidiert! Er wäre schon wegen seiner Herkunft die ideale Besetzung im Assessorat für Entschleunigung . Sie Herr Landesrat Dr. Theiner werden hoffentlich in Schluderns das Kompetenzzentrum für Geriatrie errichten, weil hier der natürliche Alterungsprozess verlangsamt abläuft. Die Schludernser Langsamkeit muss in Brüssel zertifiziert und als Marke geschützt werden.
Lesen Sie weiter in unserem Heft! Hubert Folie, der Direktor des Schulsprengels Schluderns, freute sich anlässlich seiner bevorstehenden Pensionierung über die Darbietung des von ihm verfassten Sketches zum Gaudium zahlreicher Gäste aus Schule und Politik.
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PRAXIS |
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