„Wir haben jetzt ELSA!“

Privatschule der Ursulinen in Bruneck auf der Höhe der Zeit

Wenn die Schüler/innen in der Mittelschule Ursulinen sagen „Wir haben jetzt ELSA“, so meinen sie nicht etwa eine neue Lehrerin, die sie mit Vornamen ansprechen, sondern den Freiarbeitsblock, der wöchentlich stattfindet.

von Erna Holzer

 

Die Mittelschule Ursulinen ist eine zweizügige Mittelschule mit einem hohen Schulentwicklungspotenzial. Dazu trägt ein stabiles und motiviertes Lehrerkollegium ebenso bei wie eine Grundhaltung gegenüber Schülerinnen und Schülern und im Lehrerkollegium, die aus der christlichen Tradition der Schule heraus-gewachsen ist und deren Grundpfeiler Achtsamkeit und Wertschätzung im Umgang miteinander darstellen.

Am Beispiel ELSA lässt sich auch zeigen, wie flexibel und nachhaltig sich eine alte Privatschule an die Erfordernisse der neuen Zeit anpasst: In kleinen Gruppen treffen sich die Schüler/innen klassenübergrei-fend und arbeiten an selbst gewählten Themen, wobei auch Lernberatung erfolgt. ELSA ist die Abkürzung für eigenverantwortliches Lernen und selbstständiges Arbeiten.

Warum ELSA?

Bereits das dritte Jahr gibt es nun ELSA an der Mittelschule Ursulinen. Ausgehend von der Forderung der Schulreform nach individualisiertem Lernen und dem Recht der Schülerinnen und Schüler auf persönliche Lernwege haben wir vor drei Jahren ELSA aus der Taufe gehoben.

Wir gehen von den Erkenntnissen der Hirnforschung aus, welche die Lernpsychologie der letzten Jahre geprägt hat und mehr Eigenverantwortung im Lernprozess der Schüler fordert. Zudem entspricht es unse-rer Schulphilosophie und dem Bild der Schülerin/ des Schülers, das an unserer Schule über Jahrhunderte (!) hinweg gewachsen ist, dass wir jede/n Einzelne/n mit ihren/seinen Stärken und Schwächen ernst nehmen und respektieren. Darüber hinaus wollten wir einfach auch mehr Zeit haben, um die Lernberatung durch-zuführen, die in der Erprobungsphase der Schulreform eingeführt wurde.

Gerade im Kontext der Mittelschule macht Lernberatung Sinn, denn die Schüler/innen stehen plötzlich einer großen Anzahl an Fachlehrpersonen gegenüber und der Klassenvorstand ist mit der individuellen Betreuung der Schüler/innen überfordert. Ein/e Lernberater/in ist einerseits die erste Ansprechperson für Fragen und Anliegen der Schülerinnen und Schüler. Andererseits ist es auch gut, wenn für jede/n Einzelnen von ihnen jemand da ist, der sie/ihn im schulischen Alltag nicht aus den Augen verliert.

Wir haben uns als Lehrerkollegium umgeschaut, uns an anderen Schulen Anregungen geholt und uns dann überlegt, was an unserer Schule umsetzbar ist.

So schaut ELSA aus

In einer Doppelstunde einmal wöchentlich findet nun ELSA statt. Die Schüler begeben sich in ihre Lern-gruppe, treffen sich dort mit weiteren sieben Schülerinnen und Schülern und dem/der ihnen zugeteilten Lernberater/in. In der Schule herrscht ein angenehmes Arbeitsklima. Die Schüler organisieren sich selbst-ständig. Am Beginn der ELSA-Stunde wird mit den Schülerinnen und Schülern kurz besprochen, welche Themen sie auf welche Art erarbeiten, danach beginnt die eigenständige Arbeitsphase. Neben der Tätigkeit im Lernraum können sich die Schüler nach Bedarf und Absprache mit ihrem Lernberater, ihrer Lernberaterin in den Computerraum begeben, um dort zu recherchieren. Auch die nahe gelegene Stadtbibliothek wird gerne aufgesucht. Es kann kopiert werden, ein Laptop und Beamer stehen für die Präsentation von medial unterstützten Arbeiten zur Verfügung. Abgeschlossen wird ELSA mit der Präsentation des Themas und einer Feedbackrunde oder mit einem Ausblick auf noch zu erledigende Schritte.

ELSA entwickelt sich weiter

ELSA haben wir in Begleitung des Schulentwicklungsberaters Siegfried Winkler aus Nordtirol detailliert geplant und jedes Jahr evaluiert. Kontinuierlich wurden daraufhin im Lehrerkollegium Anpassungen und Änderungen beschlossen.

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