|
|
Montandon,
Christiane (Hrsg.): Interkulturelle Bildung in der Grundschule.
Eine Studie zum Fremdsprachenlernen bei Kindern. Campus Verlag
2008
Das
Lernen einer Fremdsprache bedeutet für Kinder nicht nur den
spielerischen Erwerb sprachlicher Kompetenz. Es ist auch ein Weg,
eine andere Kultur kennen zu lernen. Das Buch entstand aus der
mehrjährigen interkulturellen Zusammenarbeit in einem Projekt
der Aktionsforschung: zwischen der Kultur von Wissenschaftlern
und der Kultur von Praktikern, im konkreten Fall Lehrpersonen
der Grundschule. Auf dem Spiel stehen auch die Traditionen des
deutschen und des französischen Schulsystems einerseits und
der jeweiligen Universitätskulturen andererseits. Das Handeln
der Lehrpersonen, die Schüleraustausche mit Kindern unterschiedlichen
Alters organisieren, enthält stummes Wissen, das mittels
Forschung freigesetzt wird. Das Wissen der Lehrkräfte verwandelt
sich in reflektierte Kenntnisse, ihre Praxis verändert sich.
Die Autorinnen und Autoren legen Chancen und Probleme des Fremdsprachenunterrichts
dar und geben praktische Anregungen.
|
|

|
Schnabel,
Beate/Bianchi Schaeffer, Mariagrazia (Hrsg.): Das interkulturelle
Klassenzimmer. Potentiale entdecken – Anregungen für Lehrerinnen
und Lehrer. Brandes & Apsel 2008
Multikulturalität
prägt den Alltag vieler Schulen in Deutschland, doch das
Lernen ist monokulturell ausgerichtet. So fragt sich, welche Chancen
vertan werden. Der Sammelband enthält wertvolle Impulse für
Lehrer/innen, die Kinder darin unterstützen wollen, dass
sie zukunftsorientierte Kompetenzen für ihre eigene Lebenswelt
und ihre beruflichen und gesellschaftlichen Perspektiven erwerben.
Aus der verstehenden Perspektive der Dynamik in Gruppen von Kindern
und Jugendlichen erwachsen Anregungen für ein besseres Verständnis
des schulischen Alltags. Hervorgehoben wird, wie wichtig es ist,
sich von der unseligen Defizitorientierung abzuwenden und vorhandene
Ressourcen erkennen und nutzen zu lernen. Unsere schulische Realität
lässt sich nicht mit dem vergleichen, was sich offenbart,
wenn wir mit Beate Schnabel durch das Schlüsselloch ins interkulturelle
Klassenzimmer blicken. Doch gerade das macht den besonderen Reiz
des Buches aus.
|
|

|
Burtscher,
Simon: Zuwandern_aufsteigen_dazugehören. Etablierungsprozesse
von Eingewanderten. StudienVerlag 2009
Die
in der Buchreihe „transblick“ erschienene Studie bezieht sich exemplarisch
auf das Einwanderungsland Vorarlberg. Die Kernfrage lautet, ob und
wie sich Personen mit Migrationshintergrund in der Mehrheitsgesellschaft
etablieren. Die Arbeit eröffnet eine alternative Perspektive
zu Fragen der Migration und lässt die Dichotomie Integration
– Assimilation hinter sich. Der Autor arbeitet mit dem Etablierten-Außenseiter-Modell,
das den Blick nicht nur auf die Zugewanderten, sondern auch auf
die Verflechtungen zu Einheimischen und den Wandel der Machtverhältnisse
richtet. Die Analyse zeigt, dass Akkulturation, Anpassung und sozialer
Aufstieg der Zugewanderten nicht automatisch die Zugehörigkeit
zur Mehrheitsgesellschaft nach sich zieht. Bildung ist eine wichtige
Etablierungsressource. Die von Mehmet erzählte Episode (S.
243 f.), wo die ursprüngliche Skepsis des Lehrers positiven
Gefühlen Platz gelassen hat, finde ich besonders erwähnenswert.
|