Bücher zum Thema

von Maria Vötter

 

Mechthild von Lutzau: Schulleiterinnen. Zusammenhänge von Biographie, Aufstiegsbereitschaft und Leitungshandeln. Verlag Barbara Budrich 2008

Im Zentrum der Arbeit steht die Analyse des Aufstiegs von Lehrerinnen zu Schulleiterinnen, wobei 30 Schulleiterinnen aus Nordrhein-Westfalen bereitwillig und ausführlich über sich, ihre Herkunft, ihre Motive, ihre Karriere und ihre Arbeit in der Schule berichten. Die Kernfrage lautet: Wie sehen die Erfolgskonzepte der Schulleiterinnen aus? Untersucht werden die vorgefundenen Bedingungen, die persönliche Aufstiegsbereitschaft und lebensgeschichtliche Dimensionen im Leitungshandeln. Ergänzt wird die Untersuchung durch Daten aller Bundesländer nach Schulformen gegliedert, von der Wende bis 2007. „Schulleiterinnen versuchen in ihrer Funktion Schule kreativ zu gestalten und ihre Erwartungen an das Kollegium weniger über Hierarchie als durch Überzeugung zu realisieren. Es zeigt sich, dass die weibliche Geschlechtsrolle hierbei verstärkend wirkt.“ So lautet eine der Arbeitshypothesen (S. 352), die sich uneingeschränkt bestätigt hat.

 

 

Anne Sliwka: Bürgerbildung. Demokratie beginnt in der Schule. Beltz Verlag 2008

Anne Sliwka beschreibt, was in Schulen, die sich Demokratiepädagogik zum Programm machen, konkret geschehen könnte und nimmt dabei sowohl Unterrichts- als auch Schulentwicklungs-prozesse in den Blick. „Die Entwicklung einer Praxis der Demokratiepädagogik ist angesichts vielfältiger Bedrohungen demokratischer Kultur wichtiger denn je“, gibt sich Christian Petry von der Freudenberg Stiftung im Vorwort überzeugt. Die Fähigkeit zur Verständigung und Übernahme von Verantwortung in der pluralistischen Gesellschaft setzt demokratische Tugenden voraus, die Schulen durch kooperatives Lernen, faires Debattieren und andere Projekte in Unterricht und Klassenrat systematisch entwickeln können. Wenn Schulen den Kindern und Jugendlichen zudem die Möglichkeit geben, durch eigenes Engagement im Gemeinwesen zu lernen, stärken sie lang-fristig deren Bereitschaft und Kompetenz, sich für die Demokratie einzusetzen.

 

 

 

Julia Warwas & Detlef Sembill (Hrsg.): Zeitgemäße Führung – zeitgemäßer Unterricht. Schneider Verlag Hohengehren 2008

Während sich die Funktion der Schulleitung früher auf die Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Unterrichtserteilung beschränkte, wurde in den letzten Jahren auch der Lernerfolg der Schülerin-nen und Schüler zur Messlatte einer guten Schulführung erhoben. Veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen und die zunehmende Heterogenität der Lernenden erhöhen den Erwartungs-druck und scheinen den erlebten Wandel der Führungsrolle ebenso zu beschleunigen wie die Einführung von Bildungsstandards und regelmäßigen Qualitätsevaluationen. Der Begriff „Zeit-gemäß“ spielt im vorliegenden Sammelband auf die immer schnellere Taktung von Arbeitsvollzügen an, die dem Effizienzprinzip verpflichtet ist und von den betroffenen Schulmitgliedern vielfach als belastender Zeitstress erlebt wird. Es handelt sich hierbei um eine systematische Perspektive, der mit dem Begriff „zeitgemäß“ eine systemische Sichtweise gegenübergestellt wird. Diese steht für eine Form der Schulleitung und des Unterrichtens, die 1) gegenwärtigen gesellschaftlichen Herausforderungen gerecht wird und sich auf dem aktuellen Kenntnisstand einschlägiger Fach-disziplinen bewegt, 2) die Frage der Effektivität der Leitungstätigkeit und der Bildungsprozesse an autonomen Schulen in den Mittelpunkt stellt und 3) eine systemische Lesart, d. h. die Forderung nach einer ganzheitlichen Analyse und Veränderung der ineinander verwobenen Teilsysteme des Bildungswesens transportiert.

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