Reden wir über Technik
Die Landesrätin für Schule und Kultur bringt es in unserem Interview auf Seite 21 auf den Punkt: „Unsere Schule ist sehr sprachlastig. Warum reden wir kaum über andere Fächer? Sind sie weniger wichtig?“ Recht hat sie! Reden wir doch über Technik! An ihr kommt man immer weniger vorbei, sie bestimmt unser tägliches Leben in zunehmendem Maße. Beispiele nenne ich nicht, das hieße Eulen nach Athen tragen.
Die Dominanz der Technik wird von vielen Erwachsenen beklagt, doch mutet dieser Protest flügellahm an. Er wirkt hilflos und rückwärtsschauend. Der Wert eines gemütlichen Pläuschchens, eines Fußmarsches, eines Buches, einer gedruckten Zeitung, ja, sogar der Zeit selbst sei im steilen Sinkflug begriffen. Doch die Jugendlichen rauschen in einem atemberaubenden Tempo über die technikverweigernde Elterngeneration hinweg. Wer nicht mitmacht, wird nicht mehr wahrgenommen. Im facebook werden Nicht-Teilnehmer einfach ausgeblendet, die mobile mp3-, Spiele- und Filmkonsole hilft, lästige Sitznachbarn im Zug aufzulösen und die elektronische Mastersteuerung zuhause ist so programmiert, dass die Raffstores raffgierige Blicke schon vor der Heimkehr automatisch ausschließen.
Aber was hilft dieser moralisierende Anti-Technik-Reflex, in den man, wie gerade eben gezeigt, fast unwillkürlich fällt? Die Schule muss auf die Veränderungen in der Welt eingehen und sie tut es auch. Es ist allerdings fast unmöglich, mit der Entwicklung der Technik Schritt zu halten. Gleichzeitig ist darauf zu achten, dass grundlegende Kulturtechniken nicht völlig in den Hintergrund gedrängt werden, etwa wie man einen Zirkel oder einen Hobel benutzt. Dieser Spagat ist nicht leicht zu schaffen.
Eine wesentliche Aufgabe des Technikunterrichtes neben dem Erlernen von Techniken sehe ich darin, das Nachdenken über Technik zu thematisieren. Junge Menschen müssen mit den Folgen der Technik konfrontiert werden. Welche Konsequenzen hat die Fortentwicklung und Nutzung einer neuen Technologie? Wie wende ich sie gewinnbringend an? Welche Technik brauche ich, welche nicht? Die Ethik in der Technik war schon bei Galilei ein großes Thema.
Es geht also nicht nur darum, Technik zu „können“, sondern sie auch zu „beherrschen“, das heißt, ihrer „Herr“ sein. Johannes Kofler
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frei heraus gesagt |
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