V.A.S.

Liebste Leserinnen und Leser!

 

 

Sonst habe ich gegen Weihnachten immer meine typische Weihnachtsdepression: Niemand liebt mich! (Wer mag schon einen zynischen Kritisierer?) Niemand ist für mich da! (Ein einsam kämpfender Satireheld hat keine Familie.)

Heuer haut mich nichts um. Ich habe meinen Erlöser gefunden, er wurde mir quasi qua Beruf in meine Futterkrippe gelegt. Mein Befreier und Erretter heißt RITALIN.

Wie froh bin ich, dass ich im Bereich Schule tätig bin, wenn auch mit dem Ziel ihrer Auflösung. Denn gerade diese Zielsetzung hat mich mit jenen drei Gaben in Verbindung gebracht, die die Welt von der Verantwortung, unbequeme gesellschaftliche Erscheinungen tragen zu müssen, erlösen.

Sie finden, ich rede in Rätseln?

Ich traf einen unmöglichen Schüler. Er zerrte an unseren Nerven. Sein abweichendes Verhalten führte uns penetrant vor Augen, dass er, seine Familie, die Schule, die Gesellschaft ein Problem haben. Er erhielt seine Erlösung: Weihrauch, Myrrhe und Gold oder besser: Diagnose (ADHS), Psychiatrie (Einweisung und tschüss) und RITALIN.

Auch ich bin schon fast geheilt. Manche Landesämter und politische Vertreterinnen und Vertreter fanden mich zu bissig und zu lästig. So fand ich, verpackt in buntem Papier, mit besten Grüßen von Prof. Rober Bicha, eine Packung Psychopharmaka unterm Baum.

Still und starr ruht nun

 Ihr sanfter Ehrenfried Schullerer

satire