St. Magdalena
  Nach oben  

 

 

Einwohnerzahl: ca. 700 in  St. Magdalena

Höhenlage: ca.   m ü. d. M.

Kirche geweiht.

Ämter: Mehrzwecksaal

Denkmäler:

St. Magdalena gehört zur Gemeinde Gsies (siehe St.Martin)

Es gibt ca. 35 Bauern, 5 Gastbetriebe, 4 Hotels, 5 Tischler, 1 Maurerfirma (ca. 20 Arbeiter), 1 Busunternehmer, 1 Lebensmittelgeschäft.

In St. Magdalena findet man zahlreiche Kapellen: St. Anna-Kapelle, Keiler Kirchl, Gatterer Kirchl, Angerer-Stöckl, Weißberger-Kirchl, die Hofkapelle im Ampfertal, die Hofkapelle zu Hinterbruggen

Geschichte

Sage von den Schnabelmenschen.

Fotogalerie

800

Um circa 800 n. Chr. bedeckte ein dichter Wald das Dorf Magdalena und das ganze Tal. Dies alles gehörte den Grafen von Gsies. Sie kamen als Jäger in das Tal.

1100

Um ca. 1100 n. Chr. siedelten die ersten Menschen im Tal an; d.h. sie fingen an, Häuser zu bauen, Felder zu pflügen und den Wald zu roden. Mit der Zeit begannen sie eine Kapelle zu bauen, die sie dauernd vergrößert haben.

1312

S. Maria Magdalena in Gesues.???

1488

Wurde eine größere Kirche gebaut und vom Bischof geweiht.

1890

Pater Johann Steinmair kam am 25.September 1890 zur Welt.

1912

wurde der rückwärtige Kirchenteil abgerissen und neu aufgebaut.

1923

Santa Maddalena in Casies, später Santa Maddalena in Casies (siehe Egon Kühebacher: Die Ortsnamen Südtirols und ihre Geschichte; 1995)??????

1944

Pater Johann Steinmair wird in Berlin Brandenburg enthauptet

                                                                                                                          zurück

 

Pater Johann Steinmair kam am 25.September 1890 beim Vorderhackler in St. Magdalena Gsies zur Welt. Die Familie war sehr religiös und es wurde viel gebetet. Hansl, wie er genannt wurde, war schon als Kind lustig und stets zu Späßen aufgelegt. Er war eher klein und von schwächlicher Gesundheit. Deswegen schickte man ihn   1902 zum Studium ins Vinzentinum nach Brixen. Er war begabt für Musik und Technik und besonders begeisterte ihn   das Studium der Astronomie (Sternkunde).                                                                                                   

Nach der Matura trat er in Wien in das Jesuitenkloster ein. Zwei Jahre später kam er nach Innsbruck zu Studium der Philosophie (Denk- und Weisheitslehre) und Theologie (Glaubenslehre). Am 31. August 1919 wurde er zum Priester geweiht. Nun begann seine Arbeit als Priester in Wien und Linz. Er galt als hervorragender Prediger und Beichtvater. Daneben beschäftigte er sich noch immer mit der Sternkunde und war auch ein geschickter Uhrmacher.  

Im Jahr 1937 wurde er nach Innsbruck versetzt. Auch dort war er ein fleißiger Seelsorger. Er hatte den Mut, den christlichen Glauben zu bekennen und sich auch mit Hitler und dem Nationalsozialismus auseinander zusetzen. Der Nationalsozialismus war eine politische Partei, die in Deutschland allein regieren wollte. Alle anderen Parteien wurden verboten, andersartige Völker wie Juden oder Zigeuner wurden verfolgt und in Konzentrationslagern getötet.   

Viele Priester waren gegen die Regierung Hitlers, vor allem die Jesuiten, zu denen Pater Steinmair gehörte. Im Herbst 1939 begann die Verfolgung der Jesuiten durch die Gestapo (Geheime Staatspolizei). Pater Steinmair ließ sich aber nicht einschüchtern und predigte weiter über die Gefährlichkeit des Nationalsozialismus. Die Gestapo setzte nun alles daran, Pater Steinmair zu verfolgen und gefangen zu nehmen. Er wurde 1943 verhaftet und kam zuerst in das Gefängnis nach München, später nach Berlin. Im Gefängnis wurde er schlecht behandelt, aber er betete viel und hoffte immer, irgendwann das Gefängnis verlassen zu dürfen. Doch alle Gesuche um seine Freilassung wurden abgelehnt. Er wurde wegen „Wehrmachtszersetzung“ zum Tode verurteilt und am 18. September 1944 enthauptet.          

In seinem letzten Brief schrieb er: „Gnadengesuch abgelehnt, heute 13 Uhr Flug in den Himmel! Innigen Dank für alles und innigste Grüße an alle! Ich sterbe gern. Ich bin Euch ganz nahe und bete viel für Euch!“

 

Sage aus dem Gsiesertal: „Die Schnabelmenschen“                                              zurück

Beim Übergang ins Defreggental sind gewaltige, übereinander geschichtete Granitblöcke, welche mitunter tiefe Grotten bilden. In diesen haben vor alten Zeiten die Schnabelmenschen gelebt, große gewaltige Riesen, die statt des Mundes einen Schnabel hatten. Diese zerrissen Menschen und Tiere, welche in der Frühe vor und abends nach dem Betläuten ausgingen.

Die Ochsen hatten sie gebraten, die Knochen abgenagt und auf einen Haufen zusammengeworfen und die Haut darübergelegt. Mit einem Sprüche konnten sie die Tiere wieder lebendig machen. Sie waren jedoch ganz abgemagert. Auf der Pidig-Alm sind einmal neun Männer wegen eines großen Unwetters nicht mehr weitergekommen. Sie mussten in einer „Schupfe“ übernachten. Während der Nacht kam ein Schnabelmensch.

Auf ein geheimes Zeichen hin, erhoben alle neun zugleich ihre Köpfe aus dem Heu.

Da sagte der wilde Mann: „Bin neunmal alt und neun mal jung, aber so ein wildes Tier mit neun Köpfen habe ich noch nie gesehen.“ Darauf entfernte er sich eilends.

Den Braven und Guten waren die Schnabelmenschen nützlich. So ging ein Bauer morgens sehr früh zur Kirche und rief in den Wald: „Geht Ihr herunter und arbeitet!“ Tatsächlich, als er zurückkam, war alle Arbeit getan.

Der Mooswalderbauer, der hinterste Bauer in St. Magdalena, musste sich verpflichten, täglich abends eine große Pfanne mit Mus vors Haus zu stellen, ansonsten richteten sie auf seinem Hofe großen schaden an.

 

St. Magdalena                                                                                                           zurück  

St. Magdalena mit Blick zum Gsieser Törl

Geburtshaus von Pater Haspinger        zurück  

Häusergruppe in St. Magdalena                                                                                        zurück  

St. Anna-Kapelle zu Mooswalden:                                                                                             zurück  

Das Kirchl wurde sicher schon vor 1800 erbaut und war eine Pilgerstätte für Mütter, die im Krieg um ihre Männer und Söhne beteten. Auch heute gehen Mütter noch oft dorthin und beten in verschiedenen Anliegen. Am Altar ist eine Statue der Mutter Anna, an den Wänden sind Malereien vom Tod, Gericht, Himmel und Hölle.

 

Keiler Kirchl im Obertal:                                                                                                           zurück

Diese Kapelle wurde um 1660 als Gelöbniskapelle erbaut. Beim Keilerhof war oft der Treffpunkt für Wallfahrten nach Villgraten und Defreggen. Die jungen Männer aus den drei Tälern waren auch nicht immer friedlich und so kam es einmal zu einer Rauferei, wo es viele Verletzte gab. Da soll die Bäuerin das Gelöbnis gemacht haben, eine Kapelle bauen zu lassen, wenn alle mit dem leben davonkämen. Die Patrone dieser Kapelle sind der Hl. Franziskus, Antonius und „Unsere liebe Frau“.

 

Gatterer Kirchl:                                                                                                                        zurück  

Dieses "Kirchl" wurde nach einer schweren Viehseuche im Tale als Gelöbniskapelle gegen Viehkrankheiten erbaut. Am Altar ist ein „Maria-Hilf“ Bild, daneben sind die Statuen der Viehpatrone Sylvester und Rochus

 

Das Angerer-Stöckl:                                                                                                                  zurück  

Das "Kirchl" ist der „Schmerzhaften Gottesmutter“ geweiht. In den vergangenen Jahren wurde es vollständig renoviert und sieht nun sehr gepflegt aus.

 

Weißberger-Kirchl:                                                                                                                    zurück  

Das "Kirchl" wurde vermutlich zu Anfang des Jahrhunderts erbaut und ist der Gottesmutter geweiht. Am Altar stehen Statuen von den Hl. Jochim und Anna, sowie vom Hl. Antonius und Franziskus von Assisi. Da es ein Muttergotteskirchl ist, gehen besonders im Marienmonat Mai viele Gläubige dorthin zu beten.

 

Hofkapelle im Ampfertal:                                                                                                         zurück  

Die Kapelle wurde um 1817 erbaut und ist „Maria Hilfe der Christen“ geweiht. Man erzählt, dass eine Tochter von Ampfertal ein Muttergottesbild gesehen hätte, das vom Brunnenrohr in den Trog geflossen sei. Als sie es mit dem Sieb aus dem Wasser holen wollte, hätte es sich auf unerklärliche Weise aufgelöst. Aus diesem Grunde soll die Kapelle erbaut worden sein. Sie hat drei Glocken, die täglich geläutet werden. In der Fastenzeit werden auch heute noch jeden Tag die Kreuzwegstationen gebetet. Vor kurzer Zeit wurde auch diese Kapelle vollständig renoviert.

 

 

Hofkapelle zu Hinterbruggen:                                                                                                  zurück  

Eine erste Kapelle wurde um 1876 erbaut und der „Rosenkranzkönigin“ geweiht. Das "Kirchl" verfiel aber und wurde nach dem 2. Weltkrieg neu errichtet, als Dank, dass alle vier Söhne gesund aus dem Krieg zurückkamen.