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Unser langjähriger Direktor Dr. Anton Ladurner tritt in den Ruhestand
Rede des Direktors bei der Schlussfeier am 12. Juni 2010:
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung,
Liebe Schülerinnen und Schüler,
Werte Eltern,
Es ist schon ein eigenartiges Gefühl zu wissen, dass dies meine letzte Schlussveranstaltung als Direktor ist. Obwohl ich mich auf den Ausstieg aus dem aktiven Schuldienst freue, weil ich müde und ausgelaugt bin, ist in den letzten Wochen und Tagen doch zunehmend Wehmut in mir hoch gekommen.
Ich habe gemerkt, dass diese Schule für mich mehr als ein Arbeitsplatz ist, so dass mir das Aufhören nicht leicht fällt.
Ich habe mich hier ganz intensiv einbringen können; ich habe mit vielen Menschen sehr gut zusammengearbeitet und ich habe an dieser Schule eine Vielzahl an schönen Situationen erlebt, die mir immer in Erinnerung bleiben werden.
Ich habe das Pädagogische Gymnasium „Josef Ferrari“ auch als meine Schule erlebt, d. h. ich habe mich hier angenommen und anerkannt gefühlt, ich habe mich hier wohl gefühlt und ich habe mich für diese Schule verantwortlich gefühlt.
Alle diese Gefühle möchte ich zusammenfassend mit Identifikation bezeichnen. Eine starke Identifikation mit Menschen oder mit einer Sache gibt Sicherheit und Kraft.
Ich habe in den acht Jahren meiner Tätigkeit immer wieder gespürt, dass diese Schulgemeinschaft Halt und Zuversicht verleiht, dass wir uns gegenseitig unterstützt und angespornt haben. Ich habe täglich erlebt, dass in dieser Gemeinschaft alle als gleichwertige Mitglieder aufgenommen und respektiert werden, dass Menschen mit Schwächen oder Behinderungen wie selbstverständlich akzeptiert und integriert werden.
Ohne diese starke Gemeinschaft wären die vielen hervorragenden fachlichen Ergebnisse oder die ausgezeichneten Leistungen bei Theateraufführungen, Konzerten oder Ausstellungen nicht zustande gekommen.
Auch Schmerz und Trauer konnten oft leichter ertragen und überwunden werden, weil Mitgefühl und Anteilnahme wichtige Merkmale dieser Gemeinschaft sind.
Die Identifikation mit dieser Schule hat in mir aber auch einen starken Druck erzeugt: nämlich den Wunsch, den vielfältigen Erwartungen gerecht zu werden und als Direktor dazu beizutragen, dass an dieser Schule alle Schülerinnen und Schüler, die Lehrpersonen und das Verwaltungspersonal möglichst gute Lern- und Arbeitsbedingungen vorfinden.
Es ist nicht immer einfach, den z. T. unterschiedlichen Erwartungen und Wünschen von so vielen Menschen gerecht zu werden, zumal ein Direktor – zum Glück – nicht für alles zuständig ist und Gesetze und allgemeine Regeln beachtet werden müssen. Ich habe immer versucht, mich von der Vorstellung leiten zu lassen, dass die Gesetze für die Menschen da sind und dass es mehr auf den Geist als auf den Buchstuben des Gesetzes ankommt.
Da Schule sich mit Erziehung und Bildung zu befassen hat, muss sich meines Erachtens die Verwaltung diesen Zielen unterordnen. Ich hoffe, dass die Bürokratie nicht noch weiter wächst, damit das Papier nicht zum alles bestimmenden Element wird. Leider sehe ich derzeit wenig konkrete Anzeichen für eine Vereinfachung der Verwaltungsabläufe. Die Forderung von Behörden und Kontrollorganen, jede Maßnahme bis ins Detail begründen und dokumentieren zu müssen, habe ich immer öfter als sehr ermüdend und mitunter auch als entwürdigend empfunden.
Für Gespräche habe ich in meiner Laufbahn als Direktor stets viel Zeit investiert. Ich hoffe, dass ich auch ein guter Zuhörer war und dass diese Gespräche nicht als unnütz empfunden wurden. Vielleicht haben sich Lehrpersonen, Mitarbeiterinnen in der Verwaltung, Eltern oder Schülerinnen und Schüler von mir in manchen Situationen mehr Entschlossenheit oder ein energischeres „Durchgreifen“ gewünscht. Mein Stil war eher, durch Argumente und durch Vertrauen in die Entwicklungsfähigkeit von Menschen zu Veränderungen beizutragen.
Wir haben in den letzten Jahren gemeinsam viele Schritte gemacht, um diese Schule im Interesse der Jugendlichen weiter zu entwickeln. Ausgehend von einer Befragung der Absolventinnen und Absolventen und in Absprache mit dem Schulamt haben wir in allen Fachrichtungen neue Akzente gesetzt und versucht, den veränderten Erkenntnissen und Anforderungen bezüglich Lernen und Lehren gerecht zu werden. Dass nun im Zuge der Oberstufenreform die in den letzten Jahren erweiterten und geschätzten Bildungsangebote in den Bereichen Kunst und Musik in Frage gestellt werden, hat mich sehr enttäuscht.
Vielleicht ist es für die Zukunft dieser Schule besser, wenn durch meinen Abgang jemand anderer die Verhandlungen mit Schulamt und Landesregierung führen kann. Möglicherweise habe ich zu wenig Geschick bewiesen oder die falsche Taktik gewählt. Wie immer die Entscheidung der Landesregierung bezüglich Verteilung der Oberschulen ausfallen wird, bin ich zuversichtlich, dass diese Schule eine gute Zukunft haben wird, weil hier engagierte und kompetente Lehrpersonen und Mitarbeiter/innen tätig sind, die gut zusammenarbeiten und weil sich am Pädagogischen Gymnasium in der Regel Schülerinnen und Schüler einschreiben, die an guten Leistungen interessiert sind.
Ich verspüre nicht nur Müdigkeit, sondern auch eine große Dankbarkeit und Genugtuung. Den Dank, den ich im letzten Heft der „notitiae“ ausgesprochen habe, möchte ich hier noch einmal kurz zusammenfassen:
Danke, liebe Lehrpersonen für den Einsatz und das Engagement für die Schülerinnen und Schüler und für die Unterstützung und Wertschätzung, die ich erfahren habe. Ein besonderes Dankeschön, dir, liebe Johanna Mitterhofer, weil du mir acht Jahre lang als Stellvertreterin zur Seite gestanden bist und mir viele wertvolle Tipps und Ratschläge gegeben hast.
Ich bedanke mich bei Ihnen, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterin in der Verwaltung (Sekretariat, Wartungs- und Reinigungsdienst, Hauswart), weil auch Sie sich durch Selbständigkeit, Kompetenz und Freundlichkeit auszeichnen.
Ihnen, liebe Eltern und Elternvertreter, im Besonderen der Vorsitzenden im Elternrat, Frau Alice Rauch und dem Vorsitzenden des Schulrates, Herrn Andreas Thuile, danke ich für die vielfältige Unterstützung und die gute Zusammenarbeit. Ich hoffe, dass sich die Eltern als wichtige Partner der Schule wahrgenommen fühlten.
Mein Dank geht an euch Schülerinnen und Schüler. Ihr habt immer wieder Schwung und Leben in die Bude gebracht, bei unzähligen Gelegenheiten vielfältige Fähigkeiten bewiesen und hervorragende Leistungen gezeigt. In der Schule und bei Ausflügen habt ihr fast immer großes Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein gezeigt, so dass es kaum größere Probleme oder Konflikte gegeben hat.
Ich kann ganz ehrlich und freudig sagen: Es war schön, hier Direktor zu sein.
„Endlich frei sein“ ist das Motto dieser Schlussfeier.
Ja, ich gebe zu, dass auch ich mich auf eine größere Freiheit freue. Dass ich es als Erleichterung ansehe, in ein paar Monaten nicht mehr die Verantwortung als Schuldirektor zu haben und mehr Zeit für mich, meine Frau, die Kinder, die vier Enkelkinder und meine Eltern zu haben.
Ich wünsche Ihnen, ich wünsche Euch allen eine gute Zeit und dieser Schule eine gute Zukunft.
Ich werde die Zeit am Pädagogischen Gymnasium „Josef Ferrari“ in guter Erinnerung behalten. Anton Ladurner |
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