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Publikation:

Mit vielen Augen sehen

 

Mit vielen Augen sehen

Einblicke in eigene und andere Kulturen

Kinder, Schülerinnen und Schüler aus anderen Kulturen haben andere Lebensgewohnheiten, eine andere Sprache, eine andere Religion …
Und sie haben gelernt, einige Dinge anders zu sehen. Das vorrangige Ziel dieser neuen Publikation zum interkulturellen Lernen ist es, sich mit Sichtweisen anderer Kulturen vertraut zu machen. Geschichten, Erzählungen, Interviews und Ausschnitte aus Tagebüchern sollen dabei helfen. Die Handreichung, herausgegeben vom Pädagogischen Institut in Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle „Interkulturelles Lernen – Eingliederung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund“ des Schulamtes, enthält viele Anregungen zum interkulturellen Lernen und zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund.

Wissen und Erfahrung zählen

Ist es nicht so, dass Lehren unter soziokulturell heterogenen Bedingungen eine heikle Navigation auf hoher See mit Gefahren ist? Überall lauert der naiv-fröhliche Optimismus, dass mit gutem Willen auch interkulturelle Kommunikation funktionieren kann.


Die – wenn auch noch junge – Realität an Südtiroler Schulen scheint sich irgendwo zwischen diesem guten Willen, Kontaktängsten und Stereotypisierungen anzusiedeln. Guter Wille ist noch kein Navigator und selbst ein Navigator kann im Sturm versagen und man gerät unversehens in die Fangarme des Pluralitätsverdrusses. Dagegen helfen nur Wissen und Erfahrung. Die Herausgeberin Herta Goller stellt uns beides in diesem Bändchen zur Verfügung. Wir brauchen das und wir brauchen mehr! Oder wissen Sie etwas über die Schulpflicht arabischer Kinder, die Sprachen Pakistans oder darüber, wie die Feiertage von Juden, Moslems, Hinduisten und Buddhisten dieses Jahr fallen?

In Zusammenarbeit mit elf weiteren Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Kennen lernen, um zu verstehen“ hat Herta Goller ein handliches Büchlein erstellt, das sich an all jene richtet, die mit Kindern und Jugendlichen mit Migrationhintergrund arbeiten oder sich dafür interessieren. Es soll „Inputs geben“, anregen über dieses Thema zu reflektieren und über andere kulturelle und religiöse Hintergründe informieren.
Gegliedert in anschauliche Erfahrungsberichte von Migrantinnen und Migranten an Südtiroler Schulen, Beiträge zur Sprachenvielfalt, zu Feiern verschiedener Religionen, Esskultur (mit Rezeptbeispielen aus Ungarn, Kroatien, Pakistan und dem Maghreb), Freizeit, weiterführende bibliographische Empfehlungen für Interessierte sowie einige Anregungen für den Unterricht ist das Buch ein hilfreicher Einstieg für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen anderer Kulturen.

Eva Hölzl


© Pädagogisches Institut Bozen
Zuletzt aktualisiert am 02.07.2007