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Schreibwerk
 

Essay oder nicht Essay...

Essayistisches Schreiben im Spannungsfeld zwischen Theorie und Lehrbarkeit, essayistisches Schreiben in seinen unterschiedlichsten Ausprägungen, hinterfragt und reflektiert aus der Sicht von Berufsschreibern und Lehrpersonen. Diesen Anspruch formuliert die Herausgeberin des Projektberichtes „Schreibwerk“, Margit Oberhammer, in ihrem Vorwort.

Die Fülle der Ansätze und Perspektiven, die geistreich und mit einem Augenzwinkern eingebrachten Erfahrungen und die Erfolge und Brüche, die offen gelegt werden, zeichnen ein vielschichtiges Bild, das diesem Anspruch durchaus gerecht wird.

 

Hans Karl Peterlini hält ein leidenschaftliches Plädoyer auf ein Schreiben, das dem Bedürfnis nach ungehemmtem Schreiberlebnis und der Freude am eigenen Ausdruck entspringt, auf ein Schreiben, das nicht zu früh reglementiert werden darf, sondern einfach nur zugelassen werden muss. Im Beitrag des Schriftstellers und Lehrers Christoph Janacs geht es um persönliche Schreibmotivation, um Schreiben als schöpferischen, existentiellen und kreativen Akt und um die Herausforderungen, die der Essay den Schreibenden stellt.

 

Reizvolle und überzeugende Ansätze

Ihre Erfahrungen mit Oberschülerinnen und Oberschülern in verschiedenen Schreibwerkstätten zum Essay haben die Journalisten Hans Augustin, Klaus Hartig, Hugo Seyr und Florian Kronbichler zu Papier gebracht. Die Texte sind so unterschiedlich wie die einzelnen Verfasser, jeder Ansatz für sich ist reizvoll und überzeugend:

  • detaillierte Überlegungen zum Ablauf einer Schreibwerkstatt und kritische Anmerkungen zur Gesellschaft und zu ihrem eindimensionalen Bildungsbegriff,
  • Vorschläge für die Abfassung gelungener Einstiege in den Essay,
  • ein Workshopprotokoll mit schonungsloser, aber wohlwollender Analyse von Schülertexten und
  • ein Stimmungsbild von großem Unterhaltungswert, das die Befindlichkeiten aller an der Schreibwerkstatt Beteiligten humorvoll darlegt.

Die Wunschvorstellungen für eine journalistische Schreibwerkstatt aus dem Blickwinkel eines Lehrerinnenteams aus dem Realgymnasium Bozen runden das Thema ab.

Der Hinweis auf die Notwendigkeit solcher Initiativen, die eine konstruktive Begegnung zwischen Schule und dem Berufsfeld der Journalisten ermöglichen, wird durch eingestreute Schülerzitate wirkungsvoll untermauert. Dass Schreiben nicht allein Gegenstand des Sprachunterrichtes ist, sondern fächerübergreifend geplant und umgesetzt werden muss, zeigt der Artikel von Markus Klammer.

 

Das letzte Wort gehört der Herausgeberin, die alle Fäden noch einmal zu einem Gesamtbild zusammenführt, Gelungenes, aber auch Verbesserungswürdiges anspricht und daraus Konsequenzen und Visionen für den Schreibunterricht an Schulen entwickelt.

 

Irene Terzer


© Pädagogisches Institut Bozen
Zuletzt aktualisiert am 03.07.2007