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Von der Bildungsplanung zur Schulentwicklung.
Mehr als eine Festschrift

Von der Bildungsplanung zur Schulentwicklung. Rainer Brockmeyer zu ehren. Hrsg. Von Erika Risse u. Hans-Joachim Schmidt. Neuwied u.a.: Luchterhand 1999 (Beiträge zur Schulentwicklung), 298 Seiten 3-472-03395-9

Im Schulwesen findet ein tiefgreifender Wechsel statt, der die einzelnen Schulen in den Mittelpunkt des Interesses gestellt hat.
In den sechziger und siebziger Jahren stand der Staat, als der Verantwortungsträger für das Schulwesen vor der Herausforderung, bei der raschen Bevölkerungszunahme allen Kindern und Jugendlichen den Schulbesuch zu gewährleisten. Dabei musste er nicht nur das Entstehen neuer Schulen, sondern auch den inhaltlichen Wandel von der Elite-Schule zur Massen-Schule lenken. Dies war die Blütenzeit der Bildungsplanung.
Als immer mehr Aufgaben den Schulen übertragen wurden und diese immer schneller auf gesellschaftlichen Wandel reagieren mussten, begannen die zentralen Steuerungsmecha-nismen zu versagen. So entstand die Aufgabe, die einzelnen Schulen zu befähigen, selbst tätig zu werden, um sich den neuen Herausforderungen stellen zu können. An die Stelle der Bildungsplanung trat die Schulentwicklung.

Eine Person, die diesen Weg in allen seinen Etappen nicht nur mitgegangen sondern maßlich beinflusst hat, ist Rainer Brockmeyer. Ihm ist ein Band zu seinem 70. Geburtstag gewidmet worden. Im Unterschied zu vielen Festschriften ist es den beiden Herausgebern - Erika Risse und Hans-Joachim Schmidt - gelungen, ein Werk zu schaffen, in dem nicht nur einzelne Aufsätze aneinandergereiht werden, sondern das wie ein gutes Handbuch kontinuierlich das Thema entfaltet und zielgerichtet von einem Aspekt zum anderen führt.
Im ersten Teil stehen so die großen Entwicklungslinien im Vordergrund: die Rolle des Bildungsplanes heute, das Verhältnis von Bildungsqualität und Autonomie der Schulen, der Aufgabenwandel vom Verwalten zum Gestalten, die Frage nach der Steuerung des Gesamt-systems und der Freiheit der kreativen Schule.
Die Aufsätze des zweiten Teils kreisen um die Frage: Welche Bildungsziele und Bildungsprozesse braucht die Schule, die den gesellschaftlichen Anforderungen unserer Zeit gerecht werden will? Im dritten Teil werden konkrete Beispiele - Modelle, Projekte, Initiativen - vorgestellt, wie an einzelnen Stellen und in einzelnen Bereichen gezielt versucht wurde, Schulen, Institutionen, Aufgaben zu verändern.
Damit wird ein Bogen gespannt, in dem alle Themen, die in der gegenwärtigen Bildungs-diskussion relevant sind, dargelegt werden und viele Personen, die diese Diskussion geprägt haben, zu Wort kommen.

Rudolf Meraner


© Pädagogisches Institut Bozen
Zuletzt aktualisiert am 11.06.2007