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Evaluation ist machbar

Joachim Herrmann/Christoph Höfer: Evaluation in der Schule - Unterrichtsevaluation. Berichte und Materialien aus der Praxis. Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung 1999. ISBN 3-89204-410-4. 112 S.

Das Wichtigste vorweg: Das Buch zur Unterrichtsevaluation von Joachim Herrmann und Christoph Höfer ist allen zu empfehlen, die Evaluationsvorhaben durchführen wollen. Denn: es ist ein Buch, das Mut macht, weil es einfache, aber wirksame Wege aufzeigt. Es nimmt der Evaluation den Zauber, der diesen Begriff vielerorts noch anhaftet, indem es aufzeigt, dass Evaluation nicht nur etwas für Spezialisten ist, sondern auch von Lehrerinnen und Lehrern durchgeführt werden kann. Das Buch nimmt der Evaluation den Schrecken, der diesem Begriff noch vielerorts anhaftet, indem es aufzeigt, dass Lehrerinnen und Lehrer sich nicht vor Evaluation fürchten müssen, sondern dass Evaluation ihnen helfen kann, ihren Unterricht zu verbessern.

Das Buch ist innerhalb des Projektes "Schule & Co" entstanden, das die Stiftung Bertelsmann zusammen mit Schulen in der Region Herford und in der Stadt Leverkusen durchführt. Es enthält eine übersichtliche Einführung in den Bereich Evaluation und eine Sammlung von einfachen Instrumenten zur Unterrichtsevaluation. Diese sind von 33 Trainerinnen und Trainern der pädagogischen Schulentwicklung erstellt und in den am Projekt "Schule & Co" beteiligten Schulen getestet worden. Die Materialien reichen von einfachen Fragebögen über Beobachtungsbögen zu Lerntagebüchern.

So wie die von Heinz Klippert geschaffene pädagogische Schulentwicklung die Unterrichtsentwicklung in den Mittelpunkt stellt, stellt das Buch von Joachim Herrmann und Christoph Höfer die Evaluation von Unterricht in den Mittelpunkt und dabei vor allem die Selbstevaluation von Lernprozessen. Dabei wird konsequent darauf geachtet, dass auch die Schülerinnen und Schüler einbezogen werden, weil sie eine wichtige Informationsquelle für die Wirkung des Unterrichts sind.

Das zentrale Anliegen fassen die Autoren folgendermaßen zusammen: "Unterrichtsevaluation dient im Ganzen der Verbesserung des schulischen Lernens. Bei Schülerinnen und Schülern entsteht mehr Wissen über die eigenen Lernvorgänge. Sie können ihre Selbststeuerungsfähigkeit für schulisches Verhalten und eigenverantwortliches Arbeiten erhöhen. Bei Lehrerinnen und Lehrern entsteht mehr Wissen über die Lernvorgänge der Schülerinnen und Schüler und mehr Steuerungsfähigkeit für Lernprozesse. Es deutet sich an, dass durch diese zusätzlichen Erkenntnisse die fachliche Leistung der Schülerinnen und Schüler gesteigert werden kann."

Rudolf Meraner


© Pädagogisches Institut Bozen
Zuletzt aktualisiert am 11.06.2007