 |
 |
 |
Helga
Losche
Sammlung praktischer Spiele und Übungen, 228 Seiten
Verlag Dr. Jürgen Sandmann – Praktische Erlebnispädagogik,
1995
Empfehlung
zur Schulstufe: Oberschule
|
Das Buch gliedert
sich in einen theoretischen Teil zum Thema und in einen praktischen
Teil mit den Spielanleitungen.
Der theoretische
Teil des Buches ist leicht lesbar und allgemein gehalten. Darin
setzt sich die Autorin mit dem Begriff auseinander: was ist das
eigentlich, Kultur, und: wie lernt man Kultur? Zwei unterschiedliche
Ansätze helfen in der Orientierung und bei den ersten Lernschritten.
Ganz nach dem Motto: Es gibt nichts Praktischeres als eine gute
Theorie.
Damit wird auf
den Schwerpunkt des ersten Teiles übergeleitet: er ist der
Kommunikation gewidmet. Die Autorin stützt sich dabei auf das
bekannte Vier-Seiten-Modell von Schulz von Thun. Anhand dieses Modelles
wird der eingangs erörterte Kulturbegriff nocheinmal in einen
praktischen Bezug zur Erfahrung gebracht anhand der Frage, was nun
in der Begegnung zwischen den Kulturen alles passieren kann und
soll, oder eben, was dabei nicht passiert oder vermieden wird. Welche
Muster entstehen dabei? Wie ist das mit den Vorurteilen und den
Stereotypen, welche Wahrnehmungs- und Interaktionsfallen sind vorprogrammiert,
was hat es mit der Angst auf sich? Und schließlich: was ist
das, "interkulturelle Kommunikations- und Interaktionskompetenz",
kann man sowas überhaupt erwerben und wenn ja, wie? So werden
im Laufe der Abhandlung acht große Themenbereiche sichtbar,
die beim Lernen im inter- und multikulturellen Bereich von Bedeutung
sind: Identität, Kennen lernen, Kultur, nonverbale Kommunikation,
Sprache, Stereotyp, Verstehen und Wahrnehmung.
Im zweiten,
praktischen Teil des Buches werden zu diesen Themenbereichen insgesamt
42 Spiele samt Anleitung vorgestellt. Die Spielanleitungen sind
mittels einer gut übersichtlichen Tabellen leicht zu finden
und nach Thema, Ziel, TeilnehmerInnen, Material, Vorbereitung, Diskussionshilfen,
usw. gegliedert. Sie laden zum Ausprobieren ein, auch in Gruppen,
die sich gar nicht als interkulturelle Gruppen bezeichnet würden.
Allerdings sehen
sie in älteren Jugendlichen ihre Zielgruppe.
Hermann Barbieri
– Mitglied der Arbeitsgruppe
für interkulturelle Erziehung „Kennen lernen um zu verstehen"
am Pädagogischen Institut
|