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Südtirols Jugend - eine Studie

Jugendstudie. Werthaltungen, Lebensformen und Lebensentwürfe der Südtiroler Jugend. Indagine sui giovani. Valori, stili di vita e progetti per il futuro dei giovani altoatesini. 1999. Hrsg. vom Landesinstitut für Statistik. Edito dall'Istituto provinciale di statistica. Bozen - Bolzano 2000 (ASTAT - Schriftenreihe 78. Collana ASTAT 78)

Die Jugendstudie hält, was sie verspricht und bietet tatsächlich ein umfassendes Bild über Südtirols Jugend. Jeder, der sich mit Jugendlichen beschäftigt, sollte einen Blick in das Buch werfen. In besonderer Weise gilt dies für Lehrer und Lehrerinnen, die damit ihr Bild, das sie im Alltag von Jugendlichen gewinnen, objektivieren und verallgemeinern können. Besonders empfehlenswert sind dabei die Abschnitte über das Zugehörigkeitsgefühl, die Schule und "lebenswerte Orientierungen".

Erfreulich ist, dass die Aussagen oft differenziert nach Sprachgruppen getroffen werden, auch wenn es sich zeigt, dass der Faktor Stadt - Land bedeutendere Auswirkungen hat als der Faktor Sprachgruppe. Zu selten wird allerdings nach den Altersgruppen unterschieden. Zwischen 14- und 25-Jährigen liegen oft Welten.

Leider wird die Studie durch Mängel beeinträchtigt. Neben der in der Öffentlichkeit bereits diskutierten Sprachwahl in Kapitel 4 ("deviante Verhaltensweisen") sind vor allem einige allzu oberflächliche Schlussfolgerungen von Patrizia Venturelli Christensen im Kapitel "Kultur und Freizeit", in denen die städtische Lebensweise als fortschrittlich gewertet wird, während die Südtiroler Jugendlichen, die auf dem Lande leben und sich gegenüber Globalisierung, Interkulturelles und Postmoderne skeptisch verhalten, als rückständig abgestempelt werden.

Trotzdem - das Buch ist eine wichtige Grundlage, um Südtirols Jugend besser zu verstehen.

Rudolf Meraner


© Pädagogisches Institut Bozen
Zuletzt aktualisiert am 11.06.2007