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Pädagogische Schulentwicklung

Heinz Klippert: Pädagogische Schulentwicklung. Planungs- und Arbeitshilfen zur Förderung einer neuen Lernkultur. Weinheim-Basel: Beltz 2000. 3-407-62405-0. 320 S.

Mit dem Werk "Schule entwickeln - Unterricht gestalten" legt Heinz Klippert ein Gesamtkonzept für eine Schulentwicklung vor, die die Unterrichtsentwicklung in den Mittelpunkt stellt und auf Methodentraining, Kommunikationstraining und Teamentwicklung aufbaut. Er zeigt eindrücklich wie sich Trainerausbildung, die Fortbildung auf Schulebene, die Trainingsbausteine, das eigenverantwortliche Arbeiten und Lernen im Unterricht die Arbeit des Steuerungsteams und die Unterrichtsevaluation zu einem Ganzen zusammenfügen und tatsächlich Schulentwicklung sind. Mit diesem Werk zeigt er klar auf, dass "Klippert" nicht nur Methodentraining ist, wie vielfach behauptet wird, sondern tatsächlich zur Schulentwicklung werden kann.

Die Pädagogische Schulentwicklung stellt die systematische Kultivierung neuer Lernformen in den Mittelpunkt der Schulentwicklung. Dabei werden zwei Ziele angestrebt:

  • Zum einen sollen den SchülerInnen zeitgemäßere Schlüsselqualifikationen vermittelt werden
  • und zum anderen sollen die Lehrkräfte mittels der neuen Lehr-/Lernkultur ein Mehr an Entlastung und Berufszufriedenheit erfahren.

"Dreh- und Angelpunkt der angestrebten neuen Lehr-/Lernkultur ist das Eigenverantwortliche Arbeiten und Lernen der SchülerInnen. Diesen EVA-Unterricht verstärkt zu praktizieren und die SchülerInnen diesbezüglich möglichst konsequent zu fordern und zu fördern hat den wichtigen und wünschenswerten Effekt, dass die SchülerInnen sukzessive selbstständiger, zielstrebiger, kreativer und verantwortungsbewusster werden und zunehmend die Fähigkeit erwerben, komplexe Aufgaben bzw. Problemstellungen in eigener Regie - alleine oder in Gruppen - zu lösen."

Klippert macht deutlich, dass zum Eigenverantwortlichen Arbeiten und Lernen nicht nur Projektarbeit, Stationenlernen, Wochenplanarbeit und ähnliche "Hochformen" des eigenverantwortlichen Arbeitens und Lernens gehören. Er meint, dass Eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen viel schlichter ansetzen muss. Eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen muss "zunächst einmal im ganz normalen Fachunterricht mit seinen zeitlichen und stofflichen Restriktionen eingesetzt werden - kleinschrittig und eher unspektakulär." Das Entscheidende dabei ist, dass dies aber nicht nur der einzelne Fachlehrer macht, sondern dass sich an den Schulen Teams bilden, denen Eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen ein gemeinsames Anliegen ist, das sie gemeinsam umsetzen wollen. Diese Teams führen dann auch gemeinsam Methodentraining, Kommunikationstraining und Teamentwicklung in ihren Klassen durch. Erst das gemeinsame Vorgehen und die Verankerung dieser Anliegen in der Schulgemeinschaft schaffen Schulentwicklung.

In diesem Sinne sehe ich auch keinen Widerspruch zwischen der Pädagogischen Schulentwicklung, die von den Ideen von Heinz Klippert ausgeht, und der Notwendigkeit, dass Schulen mit autonomen Gestaltungsmöglichkeiten ein Schulprogramm erstellen und ihr Handeln selbst evaluieren. Im Gegenteil: Ich sehe in der Verankerung der Pädagogischen Schulentwicklung in einem Schulprogramm und in ihrer Evaluierung einen wesentlichen Beitrag, damit Eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen, Methodentraining, Kommunikationstraining und Teamentwicklung zu Schulentwicklung werden.

Ich bin der Meinung, dass das Buch Pflichtlektüre für alle sein müsste, die sich mit Schulentwicklung auseinandersetzen.

Rudolf Meraner


© Pädagogisches Institut Bozen
Zuletzt aktualisiert am 11.06.2007