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Der Computer gehört in der Schule mittlerweile zur alltäglichen
Realität. Die Lehrpersonen werden damit unweigerlich konfrontiert,
weshalb auch über adäquate Formen der Fortbildung nachgedacht
werden muss. Das Pädagogische Institut hat bereits vor drei
Jahren begonnen, sich mit eLearning und blended learning auseinander
zu setzen.
Virtuelle Kommunikation wird Alltagsroutine
Formen der virtuellen
Kommunikation gehören in der Welt der
Jugendlichen immer mehr zur Alltagsroutine. Auf dem Bildungsserver ‘blikk’ bietet
das Pädagogische Institut seit dem Jahr 2000 neben inhaltlichen
Aspekten vor allem auch Foren für Diskussionen an, welche
intensiv (innerhalb eines Monats 26.000 Zugriffe) genutzt werden.
Diese Foren gibt es nicht nur nicht nur in Projektzeiten für
Schülerinnen und Schüler, sondern seit drei Jahren auch
bei Lehrgängen und Fortbildungsmaßnahmen für Lehrpersonen.
Jede Lehrperson hat zusätzlich die Möglichkeit, ein Forum
im Rahmen eines Projektes in der jeweiligen Projektbörse zu
beantragen.
Wie erfolgt blended learning?
Blended learning bedeutet eine Mischform
von Präsenzseminaren
und Lernen über das Internet in seinen vielfältigen Formen.
eLearning hingegen ist das Lernen über das Internet ohne Präsenzphasen.
Dort sehen sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer höchstens am
Anfang und am Ende eines Kurses, wobei dies auch nicht immer gegeben
ist. Auf Grund der Erfahrungen, die gemacht wurden, fiel vor einem
Jahr die Entscheidung, eine Lernplattform anzukaufen, um Lehrpersonen
die Möglichkeit zu bieten, selbst Erfahrungen des Lernens
im Netz in Zusammenhang mit Fortbildungen zu machen.

Der erste Kurs in Form von blended learning startete im Rahmen
des Lehrgangs „Schulentwicklung auf reformpädagogischer
Basis“, der im Rahmen eines EU-Projektes durchgeführt
wird. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer belegen 50 Prozent des
Lehrganges in Präsenzphasen, 50 Prozent werden in Kleingruppen über
die Lernplattform durchgeführt. Zwischen den Präsenzphasen
finden Kurse über die Lernplattform statt, die durchschnittlich
vier bis sechs Wochen dauern. An diesem Projekt nehmen neben den
Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Südtirol auch 15 Lehrpersonen
aus verschiedenen Ländern Europas teil.
Die Referenten übernehmen die inhaltliche Begleitung in den
Online-Phasen, zusätzlich werden im Laufe des Jahres – bereits
auf die Zukunft ausgerichtet – Tutoren ausgebildet, welche
die einzelnen Gruppen begleiten werden. Neben der persönlichen
Arbeit an den Inhalten werden zusätzlich ein Diskussionsforum sowie Chat-Rooms für synchrone (zeitgleiche) Gruppendiskussionen
zur Verfügung gestellt.
Bis Ende des Jahres 2005 sollen ca.
20 Kurse zur Verfügung stehen, die dann auch bei anderen Seminaren
genutzt werden können. Jeder Kurs ist für den Lernenden
mit einem Zeitaufwand von ca. 15 Stunden kalkuliert.
Ein weiterer Kurs, der zurzeit vorbereitet wird, betrifft den Lehrgang
für die didaktischen Systembetreuer. Die Module, die geplant
werden, betreffen in erster Linie das Thema Medienerziehung.


Konstruktivismus als Grundsatz
Die Inhalte, welche in die dafür vorgesehene Lernplattform
eingearbeitet werden, sollen nach konstruktivistischen Grundsätzen
erstellt werden. Die Lernenden nehmen die zur Verfügung
gestellten Materialien als Basis für die Konstruktion
ihrer Inhalte:
-
sie setzen die Teile der Inhalte zueinander in
neue Beziehungen,
-
gestalten sie zu Hypertexten um
-
stellen
neben
den klassischen Formen der Vermerke und Markierungen Links innerhalb
der Texte sowie ins Internet her.
Diese neu gestalteten Inhalte
können den Gruppenmitgliedern freigeschaltet werden und
sollen Grundlage für Diskussionen sein.
Vernetzung als Grundprinzip
Lernen im Netz ist
kein Ersatz für Präsenzseminare,
sondern als Erweiterung derselben zu sehen. Es macht Sinn,
Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die an verschiedenen Orten
leben, über das
Netz in Gruppen zusammenzuführen. Jene, die in unmittelbarer
Nachbarschaft einer Gemeine oder Region leben, können
und sollen sich vor Ort treffen. Für die Gruppendynamik
einer Lehrgangsgruppe hat dies erheblich Auswirkungen.
War es bisher häufig so, dass sich innerhalb längerfristiger
Fortbildungen relativ starke lokale Kleingruppen bildeten, so
entsteht nun durch die gemeinsame Arbeit über die Lernplattform
eine neue Konstellation innerhalb der Großgruppe.
Zu den großen Vorteilen gehören die zeitliche
Unabhängigkeit (innerhalb der vereinbarten Termine), das Arbeiten
von zu Hause aus, aber auch intensivere
Zusammenarbeit über einen längeren
Zeitraum hinweg mit anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern,
die sich nicht vor Ort befinden und mit denen man ansonsten vermutlich
wenig Kontakt hätte.
Lernen im Netz verlangt aber auch ein hohes Maß an
Es gilt immer wieder, Vereinbarungen einzuhalten,
sich mit neuen Herausforderungen auseinander zu setzen. Dies
ist zum Beispiel
bei Diskussionen im Forum der Fall: sie erfolgen nur schriftlich,
eine doch eher seltene Aktivität, unter diesen Umständen
passiert jedoch eine intensivere Auseinandersetzung mit den Inhalten.

Sich
auf die Zukunft vorbereiten
Lernen über das Internet,
sei es in völlig offener
Form wie auf dem Bildungsserver ‘blikk’ oder in einem
geschützten Raum wie auf der Lernplattform, ist eine faszinierende
Herausforderung, die neue Möglichkeiten und Chancen beinhaltet.
Auch können wir Lehrpersonen uns auf diese Art und Weise
auf das vorbereiten, was in Zukunft von uns im Zusammenhang mit
den Neuen Medien und der Medienerziehung erwartet wird.
Es ist
grundlegend, dass wir bestimmte Erfahrungen selbst machen
sollten, damit wir die Welt der Kinder und Jugendlichen verstehen
und
auch angemessen darauf antworten können – im Idealfall
im Unterricht.
Christian Laner
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