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Bestimmung der Drehachse des Kiefergelenks

Betreuer: Dr. Martin Bracke

Vor einer kieferorthopädischen Behandlung eines Patienten wird zunächst ein möglichst genaues Modell des Gebisses erstellt, das auch die Simulation der Kaubewegung ermöglicht. So können Probleme wie Unter- oder Überbiss und Verschieben der Zähne beim Zubeißen festgestellt und Veränderungen der Zahnstellungen geplant werden. Auch die Berücksichtigung operativer Maßnahmen am Kieferknochen ist so möglich. Zum Übertrag der individuellen Patientendaten auf einen sogenannten Aktuator (siehe Abbildung 1) wird einerseits ein Gebissabdruck erstellt. Andererseits ist die Kenntnis über die Lage der Drehachse des Kiefergelenks nötig. Sie wird durch die imaginären "Durchstoßpunkte" der Achse durch die Haut bestimmt. Die Punkte können anschließend mit einem Spezialgerät auf den Akuator übertragen werden.

Zur Ermittlung der Durchstoßpunkte gibt es aufwändige Apparaturen,

die die geforderte Präzision (Abweichung maximal 1mm) liefern. Diese Methoden können jedoch nicht bei Patienten eingesetzt werden, die schon in kieferorthopädischer Behandlung sind und eine feste Klammer auf den Zähnen installiert haben. Außerdem ist unklar, inwieweit die bisher eingesetzten Verfahren die Bewegung des Kiefers beeinflussen und so eventuell das Messergebnis verfälschen.

Deshalb besteht die Idee, die Lage der Drehachse anhand von Videodaten zu ermitteln. Die Patienten werden aufgefordert ihren Mund zu öffnen und zu schließen, was mit einer digitalen Kamera gefilmt wird. Aufgrund der Beschaffenheit des Kiefergelenks und der medizinischen Erfahrung wird angenommen, dass bei kleinen Öffnungswinkeln eine reine Rotation des Gelenks stattfindet. Kann ein Verfahren konstruiert werden, welches auf dieser Basis die fiktiven Durchstoßpunkte der Drehachse durch die haut mit der erforderlichen Genauigkeit bestimmt?

Marta Herbst Spöttl


© Pädagogisches Institut Bozen
Zuletzt aktualisiert am 11.06.2007