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Vor einer kieferorthopädischen
Behandlung eines Patienten wird zunächst ein möglichst genaues Modell
des Gebisses erstellt, das auch die Simulation der Kaubewegung ermöglicht.
So können Probleme wie Unter- oder Überbiss und Verschieben der
Zähne beim Zubeißen festgestellt und Veränderungen der Zahnstellungen
geplant werden. Auch die Berücksichtigung operativer Maßnahmen am
Kieferknochen ist so möglich. Zum Übertrag der individuellen Patientendaten
auf einen sogenannten Aktuator (siehe Abbildung 1) wird einerseits
ein Gebissabdruck erstellt. Andererseits ist die Kenntnis über die
Lage der Drehachse des Kiefergelenks nötig. Sie wird durch die imaginären
"Durchstoßpunkte" der Achse durch die Haut bestimmt. Die Punkte
können anschließend mit einem Spezialgerät auf den Akuator übertragen
werden.
Zur Ermittlung
der Durchstoßpunkte gibt es aufwändige Apparaturen,

die die geforderte
Präzision (Abweichung maximal 1mm) liefern. Diese Methoden können
jedoch nicht bei Patienten eingesetzt werden, die schon in kieferorthopädischer
Behandlung sind und eine feste Klammer auf den Zähnen installiert
haben. Außerdem ist unklar, inwieweit die bisher eingesetzten Verfahren
die Bewegung des Kiefers beeinflussen und so eventuell das Messergebnis
verfälschen.
Deshalb besteht
die Idee, die Lage der Drehachse anhand von Videodaten zu ermitteln.
Die Patienten werden aufgefordert ihren Mund zu öffnen und zu schließen,
was mit einer digitalen Kamera gefilmt wird. Aufgrund der Beschaffenheit
des Kiefergelenks und der medizinischen Erfahrung wird angenommen,
dass bei kleinen Öffnungswinkeln eine reine Rotation des Gelenks
stattfindet. Kann ein Verfahren konstruiert werden, welches auf
dieser Basis die fiktiven Durchstoßpunkte der Drehachse durch die
haut mit der erforderlichen Genauigkeit bestimmt?
Marta Herbst
Spöttl
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