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Focussieren & Evaluieren
SEQuALS - Werkstatt für Selbstevaluation an Schulen

In Bozen, Brixen und Meran fanden sich in diesem Schuljahr fast monatlich Direktoren und Lehrkräfte der Grund-, Mittel-, Ober- und Berufsschulen zu einer Evaluations-Werkstatt ein, um Erfahrungen im Bereich der Selbstevaluation auszutauschen. Den Rahmen dazu bot die Beteiligung des Pädagogischen Instituts am internationalen Netzwerk von SEQuALS (Supporting Evaluation of Quality and Learning of Schools)

Nach dem Motto "Miteinander und voneinander lernen" stellten insgesamt 27 Schulen ihre Vorhaben und Erfahrungen in Selbstevaluation den Werkstattmitgliedern vor und holten sich Anregungen und Tipps voneinander.

Focus auf Qualitätsbereiche

Untersucht wurden verschiedene Bereiche schulischen Handelns, wie Erziehung und Unterricht, Kommunikation und Professionalität. Die Vertreter der Schulen stellten sich u.a. folgende Fragen:

  • Wie lassen sich Qualitätsbereiche an Schulen ausfindig machen?
  • Wie zufrieden sind unsere Schüler, Mitarbeiter und Schulabnehmer?
  • Wie kommen unsere Absolventen auf ihrem weiteren Bildungsweg zurecht?
  • Wie ist die Beziehung zwischen Lehrern und Schülern an unserer Schule?
  • Welchen Gewinn bringen "offene Lernformen"?
  • Wie erfolgreich ist unser Projektunterricht?
  • Wie effizient sind die schulischen Dienste?
  • Wie gut ist unsere Arbeit in der Bibliothek?...

Dazu holten sich die Schulen Stellungnahmen und Sichtweisen von Schülern, Eltern, Lehrern ein.

Die Werkstattmitglieder bedienten sich verschiedener Evaluationsmethoden und setzten die unterschiedlichsten Instrumente ein:

  • Fragebogen,
  • Lerntagebuch,
  • Dokumentenanalyse,
  • Stimmungsbarometer,
  • Lernbaum,
  • Schwarzes Brett,
  • Beobachtungsbogen,
  • Feedbackbogen,
  • Fotoevaluation,
  • Zielscheibe,
  • Interview und Rollenspiel.

Nicht alle Schulen präsentierten bereits durchgeführte Evaluationen. Einige zogen es vor, geplante Evaluationsvorhaben den Werkstattmitgliedern im Vorfeld vorzustellen. Somit konnten Veränderungsvorschläge in der Durchführung berücksichtigt, Entscheidungshilfen gewonnen, möglicherweise auch einige Pannen vermieden werden.

Positive Bilanz

Im letzten Treffen galt es, eine Auswertung der Werkstattarbeit vorzunehmen, zurückzublicken und Bilanz zu ziehen.

Als nützlich für die Schulen wurden der Erfahrungsaustausch mit anderen Schulen, die Methodenvielfalt und die zahlreichen Impulse bezeichnet. Als persönlicher Gewinn wurde die Erfahrung genannt, dass Evaluation mit Begeisterung gemacht werden kann; der reiche Erfahrungsaustausch sowie die vielen Kontakte, die Anregungen zu neuen Initiativen, die unterschiedlichen Perspektiven und die damit zusammenhängende Horizonterweiterung wurden als Bereicherung gewertet. Bestätigung und Ermutigung sowie das offene Gespräch, in dem es um das Hinterfragen der eigenen Handlungen geht, wurden als gewinnbringend erfahren und als Steigerung der eigenen Professionalität geschätzt.

Mehreren war neben der fachlichen Beratung, die sie erhalten haben, vor allem der Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen an anderen Schulen wichtig. Einzelne bewerteten es als sehr interessant zu erfahren, wie Evaluation an anderen Schulen betrieben wird, vor allem aber auch, wie mit Schwierigkeiten und Frustration, die sich von Zeit zu Zeit einstellt, umgegangen wird.
Angeraten wurde ein regelmäßiger Besuch der Werkstätten, um in Diskussionen auch an Vorhergehendes anknüpfen zu können. Somit käme auch das Potential der Gruppe stärker zum tragen. Ein Weiterführen der Werkstätten ist allgemein erwünscht.

(LTR)


© Pädagogisches Institut Bozen
Zuletzt aktualisiert am 11.06.2007