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SYNEVA.net gestartet
 

Qualitätssicherung durch Synergie aus interner und externer Evaluation

  Ein Netzwerk entsteht nicht in einem Vakuum. Die Erfahrungen aus dem im Sommer 2003 abgeschlossenen Comenius 2 Projekt „SEQuALS“ im Bereich der Selbstevaluation von Schulen werden im neuen Netzwerk um den Aspekt der externen Evaluation in einem erweiterten europäischen Rahmen weiter verarbeitet.

Kontext
Das von den Regierungschefs der Mitglieder der EU in Lissabon im Jahre 2000 ausgearbeitete Ziel, die Union bis zum Jahre 2010 „zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen“, stellt eine Messlatte für das gesamteuropäische Bildungswesen dar. In diesem Kontext haben unter anderem nationale und internationale Leistungserhebungen zu einer Art Standortbestimmung beigetragen und das Feuer richtig entfacht.

Sowohl die nationalen Bildungssysteme als auch die autonome Einzelschule müssen sich der Frage der Qualitätssicherung bzw. -verbesserung stellen. Viele Länder haben dabei auf die Karte der Selbstevaluation von Schulen gesetzt, andere auf die externe Evaluation. In wenigen Ländern kommen beide Formen systematisch und flächendeckend zur Anwendung. V

Viele Regionen/Staaten sind jetzt dabei, entweder interne oder externe Qualitätssicherungssysteme aufzubauen bzw. das eine System mit dem anderen zu ergänzen.

Das vom Pädagogischen Institut für die deutsche Sprachgruppe in Bozen koordinierte neue Comenius Netzwerk SYNEVA.net – Quality Assurance through Synergy of Internal and External Evaluation of Schools. Its Effects on Learning and Teaching setzt genau dort an.

Erste Schritte
Im Sommer 2004 wurde der Projektantrag von der Europäischen Kommission in Brüssel genehmigt, am 1. Oktober hat das Netzwerk seine Tätigkeiten offiziell aufgenommen.

Der erste Schritt war das Partnertreffen der 19 beteiligten Institutionen (Schulen, Pädagogische Institute, Lehrerausbildungszentren, Universitäten, Bildungsministerien) aus 12 Ländern vom 25. bis 29. November 2004 in Oslo.

Bei diesem Treffen wurden die ersten konkreten Schritte gemacht. Bis zur ersten Thematischen Konferenz des Netzwerks vom 3. bis 6. März 2005 in Innsbruck zum Thema 'Synergy Improving Quality in EU Schools? Concepts of Evaluation and International Cooperation' sammeln die beteiligten Partnerinstitutionen Beispiele gelungener Praxis in den Bereichen interne/externe Evaluation.

Diese Beispiele dienen als Grundstock für die Analyse der Erfahrungen mit verschiedenen Qualitätssicherungssystemen und zur Entwicklung innovativer Strategien eines effektiven Zusammenspiels.

Die Hauptthemen der nächsten Thematischen Konferenzen werden einmal die Faktoren der Synergieerzeugung sein, dann die Entwicklung effektiver und effizienter Strategien der Implementierung derselben.

Ziel und Philosophie
Ziel des Netzwerkes ist es, verschiedene europäische Erfahrungen mit beiden Formen der Evaluation zu sammeln, zu analysieren und zu vergleichen und Strategien erfolgreicher Umsetzung der dabei entstehenden Synergien zu entwickeln, wobei interne und externe Evaluation nicht als komplementär zu betrachten sind. Auf regionaler/nationaler Ebene sollen Netzwerke entstehen, die die Fortsetzung der Netzwerkaktivitäten nachhaltig gewährleisten.

Die Grundphilosophie des Netzwerks ist jene der lernenden Organisation (learning community) mit der These, dass das erfolgreiche Zusammenspiel interner und externer Evaluationsformen Synergien erzeugen kann, die letztendlich den Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern zugute kommen.

Eine Deklaration im Sommer 2007 soll die Erkenntnisse der dreijährigen Kooperation aller Partner und Mitglieder synthetisch zusammenfassen und den Entscheidungsträgern und allen an Bildung interessierten Personen zur Verfügung gestellt werden.

Ferdinand Patscheider


© Pädagogisches Institut Bozen
Zuletzt aktualisiert am 13.06.2007