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Pantalones Hochzeit

 

Sterzinger Oberschüler als begabte Künstler, Schauspieler und Musiker

 

Gleich mehrere Projekte ergaben sich im heurigen Schuljahr im Rahmen der Begabtenförderung. Die Schulband unter der Leitung von Paul Brugger und die Theatergruppe mit Christof Anstein als Spielleiter konnten Anfang April erstmals einem breiteren Publikum ihr Können unter Beweis stellen. Gleichzeitig wurde die Bilderausstellung „Botanikart“, initiiert von der Kunsterzieherin Verena Trebo, in der Rathausgalerie eröffnet. Gezeigt wurden dabei u. a. zarte Bleistiftzeichnungen, verschiedene Arbeiten mit Acrylharzfarben, bemerkenswerte Fotografien oder kleine Kunstwerke aus weggeworfenen Materialien, die alle kleine, oft unscheinbare Kostbarkeiten aus der Vielfalt der Pflanzenwelt zeigen.

Höhepunkt des Abends war die Aufführung des Stückes „Pantalones Hochzeit“ nach einer Bearbeitung von Gerhard Herm. Die Theatergruppe hatte sich seit Herbst formiert. Am Anfang wurden Sprech- und Konzentrationsspiele geübt. Die Improvisation stand immer wieder im Vordergrund. Die Idee zu einer Theateraufführung reifte allmählich und man machte sich auf die Suche nach einem geeigneten Stück, das schülergerecht, publikumswirksam und unterhaltsam sein sollte. Die Wahl fiel schließlich auf „Pantalones Hochzeit“, womit sich die aus 10 Schülern bestehende Theatertruppe seit Weihnachten intensiv beschäftigte.

Das Stück gehört zur Commedia dell`arte-Tradition mit einer einfachen Handlung: Pantalone ist ein alter, missmutiger Mann, der fest davon überzeugt ist, dass es in Venedig ein Mädchen gibt, das ihn liebt. Er schickt seinen Neffen Ottavio in die Lagunenstadt, um Julia zur Hochzeit nach Florenz zu entführen. Doch alles kommt anders und die eigentlichen Geschicke lenken andere. Die eigene Theatergattung der Commedia dell`arte entstand in der Mitte des 16. Jahrhunderts in Oberitalien. Auf karg ausgestatteten Bühnen wurden die Stücke aufgeführt.

Die jungen Schauspieler mussten einige Passagen auswendig lernen, vieles wurde aber improvisiert. So diskutierten die Darsteller über den Ablauf der Inszenierung – das Spiel im Spiel war gegeben. Höfische Kostümierung und hochsprachliche Elemente wurden ausgesetzt, rockigere Musikeinlagen oder Klänge zum Schlager „ti amo“ verliehen dem Ganzen eine besondere Note. Es kam insgesamt auf Körperbeherrschung, entsprechende Mimik und Gestik an. Die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler des Realgymnasiums Sterzing fanden sich gut zurecht, spielten ihre Rolle, begeisterten das Publikum vor allem durch ihre eigene Variation des Handlungsmusters, durch die spritzigen Dialoge mit einigen zeitkritischen und pointierten Anspielungen. Es war ein Spiel im Spiel, in dem alle brillierten, jeder auf seine Weise. Und wieder einmal wird deutlich, dass nicht der Plot, sondern die Inszenierung mit dem persönlichen Repertoire der einzelnen Schauspieler und letztlich auf mit dem engagierten Spielleiter zum Erfolg beiträgt.

 

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