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Elisabeth Zöller zu Gast am Oberschulzentrum Sterzing

Mit Büchern zu Zivilcourage gelangen


"Anton oder die Zeit des unwerten Lebens", "Ich schieße…doch", "Der Klassen-King" - lauter Bücher gegen Gewalt, die aus der Feder der bekannten Kinder- und Jugendbuchautorin Elisabeth Zöller stammen.

"Mobben ist sinnlos", verkündete die seit 35 Jahren in der Gewaltforschung tätige Schriftstellerin.

Die Schülerinnen und Schüler der 1. Klassen der Oberschule lauschten neugierig den Berichten aus ihrem Leben, wie sie beispielsweise ihren Lebenstraum verwirklichen konnte. So sagte sie sich bereits mit acht Jahren: "Ich möchte später schreiben!" Die schlimmen Erfahrungsberichte ihrer Familienmitglieder, besonders ihres Vaters und Onkels, die Folterspuren – die körperlichen und seelischen Narben -, die von der nationalsozialistischen Zeit zurückblieben, tragen dazu bei, dass sie sich ein Leben lang mit Gewalt und Mobbing auseinandersetzt.

Nach der Matura begann Elisabeth Zöller zu studieren, zuerst ein
Medizinstudium, denn sie wollte unbedingt Gehirnforscherin werden. Das allzu lange Studium und der Traum vom Schriftstellerberuf veranlassten sie aber, das Medizinstudium abzubrechen. Sie belegte dann die Fächer Deutsch, Französisch, Pädagogik und Kunstgeschichte. Sie arbeitete als Gymnasiallehrerin und an der Universität in der Gewaltforschung. Doch das Schreiben rückte immer mehr in den Vordergrund ihres Alltags. Sie schied aus dem Lehrberuf aus und widmete sich schließlich ganz den Büchern und der Gewaltprävention.

Mit packenden Worten und vielen kleinen Episoden führt die erfolgreiche Norddeutsche die Erstklässler in eines ihrer bekanntesten Bücher ein:"Anton oder die Zeit des unwerten Lebens". Es handelt sich dabei um die authentische Lebensgeschichte ihres Onkels, der mit der NS-Zeit nicht nur das Ende der Demokratie, sondern auch der Humanität hautnah erleben muss, der seit seinem Unfall mit seiner körperlichen Behinderung und seinem Stottern als minderwertig gilt. Seine außergewöhnliche Begabung als Mathematik-Genie muss er unterdrücken, denn im Hitler-Regime lebte ein
Hochbegabter gefährlich, kann er doch mit den Gedanken und dem Zweifeln dem Hitler-Regime gefährlich werden. Für die Nazis waren viele Menschen nichts wert, Anton gehört dazu. Der Junge kann nicht mehr "ich" sagen, sondern antwortet immer nur mit den Worten: "Anton tut das".

Die Gewalttäter von damals verfolgten das Ziel, den Menschen einsam zu machen; sie jagten Vielen Angst ein, weil sie im Grunde "Angst vor der Angst hatten. Das sei heute nicht anders, meint Elisabeth Zöller. Mobber suchten sich Einzelne aus und oft seien sie selbst einmal Opfer von Mobbing gewesen und hätten keine Anerkennung bekommen, bis sie sich dann selbst diese"hämische Verhaltensweise" aneigneten. Ausschnitte aus ihrem Buch "Ich
schieße…doch" rundeten die äußerst aufschlussreiche Lesung ab.

 

»Wenn ich schreibe, nehme ich ein Bild aus der Wirklichkeit, versuche Lächeln, Humor, Spannung in die Sätze zu bauen. Ich zwinkere den Kindern zu, heimlich. Und dann gehen wir zusammen durch die Geschichte, durchs Dunkel, hin zu Lichtpunkten.“    

Bild: die Autorin  (links) mit Prof. Erika Volgger bei der Lesung in der Schulbibliothek

 

 

 

 


Elisabeth Zöller

Herzlich Willkommen in der Welt von Elisabeth Zöller

 

 

 


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