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Besichtigung der Schnapsbrennerei Roner
Klassen 4a und 4b RG in Tramin
Am Donnerstag, den 20. Dezember 2007, besichtigten wir, die 4a und 4b Rg, die Schnapsbrennerei in Tramin. Unsere Führung begann nach dem Verteilen von Werbemützen mit einer kurzen Einführung in die Geschichte der Brennerei. Der Betrieb wurde 1946 von Gottfried Roner gegründet. Im Laufe der Zeit wurden an die Brennerei neue Gebäude angebaut: 1965 neue Brennerei, 1972 Gärkeller und Obstbrennerei, 1974 Bürogebäude, 1989 2. Halle der Obstbrennerei, 1998 Gebäude zur Herstellung und Lagerung von Apfelessig, 1999 Weinkellerei in Kaltern angekauft, 2006 computerisiertes Lager und Abfüllanlage.
Unsere Führungsperson erklärte uns, dass der Betrieb absolut umweltfreundlich ist, da 1/3 der Rückstände wiederverwendet werden, indem Energie gewonnen wird. Diese Energie macht 80% des Verbrauchs des Betriebs aus. Die restlichen 20% wird aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen. Der Betrieb besteht aus 40 Mitarbeitern. 30% der Ware wird exportiert.
Die Führung begann dann das Verfahren zur Herstellung von Grappa zu erklären. In der Brennerei sind 8 Gruben vorhanden, in denen die Weintrester (Reste der Weinproduktion; 40% aus Südtirol) gelagert werden, die zur Produktion benötigt werden. Dabei handelt es sich um ca. 2 Millionen kg Trester pro Jahr. Die Trester müssen zur Lagerung mit der Gabel ausgebreitet werden und angetreten werden zur Vermeidung von Schimmel. Dabei ist immer Vorsicht geboten, denn es besteht Erstickungsgefahr, da sich CO2 bildet, trotz der Anlage, die das Gas vom Boden entzieht. Von Mitte September bis Ende Februar wird Grappa produziert. Etwa 20.000kg Rohstoff werden pro Tag verbraucht. Bei der Grappabrennung werden zwei Verfahren angewendet. Beim 1.Verfahren werden 800kg Rohstoff in einen Behälter gegeben und dann mit Wasserdampf bespritzt. Dabei kommt es zu einer Destillation bei 90°-95°C mit 10 Siedeböden. Durch sogenannte Pilze in den Böden kondensiert das Wasser schneller. Nach 4 Stunden ist das Verfahren abgeschlossen, die Maschine wird geputzt und neu gefüllt. Das 2.Verfahren funktioniert ähnlich. Dabei kommt der Rohstoff auf ein Förderband und wird durchaus mit Wasserdampf bespritz. Es kommt zu einer doppelten Destillation. Das Zählwerk dient zur Kontrolle, da der Betrieb Steuern zahlen muss und zu diesen Steuern kommt noch die Mehrwertssteuer. Der Staat verdient mit 4,5 Millionen Euro im Jahr mehr als die Produzenten.
Nach der Besichtigung der Maschinen gingen wir ins Freie, wo die Führung uns den sauberen Rauch, der aus dem Kamin kommt, zeigte. Er sagte, dass der Rauch fast ausschließlich aus Wasserdampf besteht, dank eines elektrostatischen Nassfilters.
Dann ging die Besichtigung weiter mit der Obstbrennerei. Zu 80% wird die Williamsbirne gebrannt. Das Obst kommt in 3-4 Lastzügen am Tag zur Brennerei und muss dort für 1-2 Tage schockgefroren werden. Dann kommt es zur Verarbeitung. Nur das reine Fruchtfleisch wird verarbeitet. Das Obst wird dann in Kunstharzfässern mit Reinzuchthefe gegärt. Die Temperatur muss zur Qualitätserhaltung unter 25°C bleiben. Die Fässer werden 6-7 mal im Jahr (Juni –Weinachten) gefüllt. Nach 3 Monaten Gären kommt es zur Destillation.
Es gibt auch hier zwei Verfahren. Das erste Verfahren, die Doppelbrandverteilung, ist ein traditionell einmaliges Verfahren in Italien und ein teures Verfahren, da zwei Destillationen durchgeführt werden. Nach der 1.Destillation handelt es sich um einen 25%igen Alkohol und mit der zweiten wird dieser verfeinert. Beim zweiten Verfahren wird mit einem einzigen Brennvorgang der Methylalkohol bei 75°C herausgebrannt. So können an die 10 000 Flaschen am Tag produziert werden. Die Reste der Obstbrennerei werden ins Klärwerk gebracht, wo sie gelagert werden und dann über das Jahr verteilt verbraucht werden. Um eine Vorstellung zu bekommen, sagte uns die Führung, dass in einer Flasche Williams 7-8kg Birnen sind.
Die Führung zeigte uns dann die Himbeergeistanlage, die aus Kupferfässern besteht. Das Kupfer dient als Katalysator, der die Qualität erhöht. Man macht einen Geist, da man beim Brennen nur eine Ausbeute von 1% hätte und dies zu teuer wäre. Das Gesetz schreibt das Obst vor, aus dem ein Geist gemacht werden darf. Das Verfahren bringt eine Ausbeute von 30-35%. Zuerst werden die Früchte mit reinem Alkohol versetzt. Dann wird destilliert. Bei diesem Verfahren werden die Steuern nach den Resten berechnet. Nach der Herstellung werden die Maschinen geputzt und eventuell repariert.
Nach dieser Anlage zeigte er uns noch die Brennkammer, in der die Reste bei über 10 000°C verbrannt werden. Die ganze Verbrennung ist umweltfreundlich und computergesteuert. 1 200kg Reste werden in der Woche verbrannt. Davon bleiben zwei Wagen Asche übrig.
Dann durften wir noch einen Blick auf die Abfüllanlage werfen, bei der an die 4 000 Flaschen in der Stunde abgefüllt werden können. Die Flaschen werden gewaschen, etikettiert, abgefüllt, verschlossen und in einen Karton verpackt. Er zeigte uns noch eine Besonderheit. Er erklärte uns, wie die Birne in die Williamsflasche kommt. Der Boden hat nämlich einen Deckel, der dann mit Lebensmittelsilikon verschlossen wird.
Als letzte Station zeigte uns die Führung noch das Geschäft, wo fast ausschließlich Ronerprodukte verkauft werden. Wir verabschiedeten uns und fuhren dann noch auf einen Sprung ins Dorf Tramin, bevor wir wieder nach Hause fuhren.
Pichler Barbara
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