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Siegfrieds Blut

 

Die Theaterwerkstatt der Oberschule Sterzing präsentierte das Nibelungenspektakel „Siegfrieds Blut“

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Die Oberschüler zeigten unter der Spielleitung von Christof Anstein eine freie Bearbeitung des bekannten mittelalterlichen Nibelungenliedes. Das passende Ambiente im Foyer der Oberschule Sterzing, die abwechslungsreiche musikalische Umrahmung durch die Schulband unter der Leitung von Paul Brugger, der bunte Mix von Texten von Richard Wagner oder Friedrich Hebbel bis zu Rap-Einlagen („Fafnirrap“), von lyrischen Impressionen von Pablo Neruda oder Erich Fried lenkten den Blick des Zuschauers sofort auf den Plot. Nämlich auf das frühe heldenhafte Dasein Siegfrieds, die Liebesgeschichte um Kriemhild und Siegfried und deren schicksalhafte Verstrickung mit Gunther und Brunhild und die Intrige gegen Siegfried, überzeugend dargestellt von Andreas Volgger (im Bild) .

 

Hagen, vom Schüler Dominik Pixner gespielt, ist ein hinterhältiger und unnachgiebiger Mann, der das Glück Siegfrieds und Kriemhilds zerstört. Er wird zum Mörder, weil er seine gedemütigte Herrin Brunhild (engagiert gespielt von Larissa Leitner) rächen will. Der schwache Burgunderkönig Gunther (Manuel Troger) schweigt bis zum Schluss – er hat allein mit Siegfrieds Hilfe Brunhild zur Frau gewinnen können.

 

Die Inszenierung zeigt besonders Kriemhilds Veränderung, nämlich von der zuerst zurückhaltenden Königstochter zur hasserfüllten Frau. Von Anna Oberrauch (im Bild links) leidenschaftlich gespielt, ist Kriemhild am Ende die Rächerin, die ihren eigenen Bruder und Hagen richtet. Sie richtet sich jedoch nicht selbst, sondern Hildebrand ist es, der das Gemetzel am Hofe von König Etzel schließlich beendet.

Die vielen engagierten Schauspieler (zu erwähnen sind außerdem noch Sascha Wierer, Johanna Leiter, Claudia Ginthart, Carolin Huebser, David Hofer, Marion Volgger, Isabel Messner, Susanne Neulinger und besonders beeindruckend: Anna Luksic und Marco Mancuso) zeigten ein Stück, das zeitlos ist, zumal die Kernbotschaft dieselbe bleibt, dass nämlich auf Hass Gegenhass folgt und Gewalt Gegengewalt erzeugt. Mit den Mitteln der Ironie und Persiflage präsentierten sie unter der professionellen Anleitung des Spielleiters Christof Anstein eine geistreiche, satirische Verzerrung des Nibelungenstoffes: beispielsweise ein Museumsbesuch, wobei Siegfrieds Tarnkappe und das Schwert Balmung vorgestellt werden, dieser endet schließlich bei echtem Tiroler Törggelen und mit Schuhplattlern; ein Kasperltheater, das Siegfrieds siegreichen Drachenkampf zeigt; eine eingeblendete Radiosendung, die von der Nachricht über die Kriegsereignisse gegen die Sachsen unterbrochen wird; Brunhild im Leichtathletikdress oder Gunther, der auf der Couch einer „Psychotante“ seine Eheprobleme anvertraut oder der Dia-Abend über Grasellenbach und dessen große Vergangenheit als „Luft-Kuh-Ort“, wobei Siegfrieds Mord am „Siegfriedsbrunnen“ dem Publikum erklärt wird. Alles in allem war die Aufführung eine äußerst kreative Umsetzung des mittelalterlichen Literaturstoffes.

Carla Wild

 

 

 

Brunhild: engagiert gespielt von Larissa Leitner

 

Hagen: Dominik Pixner

 

Gunther: Manuel Troger

 

 

Die Gruppe der Theaterwerkstatt unter der Leitung von Prof. Christof Anstein (1. von rechts)

 


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