Fortbildung im Schulverbund

 

 

Grundsätzliche Überlegungen

Der Bereich Fortbildung ist eines der grundlegenden Elemente der Zusammenarbeit im Schulverbund. (Siehe Punkt 4 der Satzung!) Die Erstellung eines gemeinsamen Fortbildungsplans ermöglicht ein vielfältigeres Fortbildungsangebot für die Schulen des Schulverbunds, da die Kosten gemeinsam getragen werden.

Sämtliche Schulen des Sprengels messen der Fortbildung eine hohe Bedeutung bei, die ihren Ausdruck im Schulprogramm findet. Fortbildung ist ein wichtiges Instrument der Schulentwicklung und der Professionalisierung von Lehrpersonen in Hinblick auf das Profil der Einzelschulen und auf die Zielsetzungen des Schulverbunds.

Ein weiteres Ziel der schulinternen Fortbildung sowie der Fortbildung im Schulverbund sind die Entwicklung eines gemeinsamen Erziehungs- und Bildungsverständnisses aller Lehrpersonen sowie die Förderung der zwischenmenschlichen Beziehungen und der Kooperationsfähigkeit durch gemeinsames Lernen.

 

 

 Wesentliche Bereiche

 

Die wesentlichen Bereiche von Fortbildung sind:

 

  1. Systembezogene Fortbildung:

            In diesen Bereich fallen Fortbildungsveranstaltungen, die im engeren         Sinne Schulentwicklung betreffen und die Lehrpersonen bei Neuerungen und    Reformen unterstützen sollen, aber auch allgemein pädagogische           Fragestellungen betreffen. Ziel ist die Weiterentwicklung der allgemeinen pädagogischen Handlungskompetenz.

  1. Personalentwicklung

            In diesen Bereich fallen Fortbildungsveranstaltungen, die die Organisation von Unterricht, Formen der Zusammenarbeit, Gestaltung von Schule sowie die        Beziehungen nach innen und außen betreffen. Ziel ist die Weiterentwicklung     der Selbstverantwortungs—und Organisationskompetenz.

  1. Fachdidaktik/Unterricht

            In den Bereich fallen Veranstaltungen zu den einzelnen Fächern und         Fachbereichen. Es handelt sich hierbei um die praxisbezogene Fortbildung im            didaktisch-methodischen Bereich, aber auch um Wissen, das in den Unterricht      einfließen kann. Ziel ist die Weiterentwicklung der speziellen pädagogischen          Handlungskompetenz und der fachlichen Kompetenz der Lehrpersonen.

Bei der Erstellung des Fortbildungskonzeptes für den Schulverbund, das auch mehrjährig angelegt sein kann, werden nach Möglichkeit alle drei Bereiche berücksichtigt. Als Leitfaden für die Erstellung des Fortbildungsplans wird jährlich in Absprache zwischen den Sprengeln ein Schwerpunkt gewählt.

 


Organisation

 

Die Arbeitsgruppen der im Schulverbund zusammengeschlossenen Schulen sammeln die Wünsche der Lehrpersonen in Bezug auf den gewählten Schwerpunkt und auf besondere Bedürfnisse, die sich aus der jeweiligen schulischen Situation ergeben. Die verantwortlichen Koordinator/innen für die Fortbildung erstellen aufgrund der eingebrachten Wünsche und Vorschläge einen Fortbildungsplan, der den Lehrerkollegien zur Abstimmung vorgelegt wird.
Der Fortbildungsplan umfasst Kurse mit Referaten und Gruppenarbeiten, aber auch selbst organisierte Lernwerkstätten.
Die folgende Übersicht gibt einen Überblick über die Struktur des Fortbildungskonzepts.

A) Regelmäßige Fortbildungsangebote mit externen oder internen Referenten

Anfangsunterricht Deutsch in der Grundschule ca.5 mal jährlich
Anfangsunterricht Mathematik in der Grundschule ca. 5 mal jährlich
Information über Schulrecht und Verwaltungsaspekte bei Bedarf
Erzieherisch- soziales Thema (z.B. Suchtprävention, Verhaltensprobleme.) auch für Eltern; evtl. einem Folgetreffen zur Besprechung von Fallbeispielen 1–2 mal jährlich
Pädagogische Eröffnungstagung zum Jahresthema zu Schulbeginn

B) Jährlich aufgrund der Bedürfniserhebung organisierte Fortbildung zu den Bereichen:

o       Schulentwicklung

o       Personalentwicklung

o       Fachdidaktik

Die Auswahl aus dem Angebot des Sprengelplans durch die Lehrpersonen orientiert sich am individuellen Fortbildungsbedarf, der von der eigenen Berufserfahrung, den Unterrichtsfächern, den Interessen und persönlichen Bedürfnissen bestimmt wird. Diese Auswahl findet ihren Niederschlag im individuellen Fortbildungsplan der Lehrpersonen und kann durch den Besuch von Fortbildungen anderer Institutionen und den Besuch der Universität, Hospitationen und Selbststudium ergänzt werden. Der individuelle Fortbildungsplan wird gemäß den Bestimmungen des Landeskollektivvertrags mit den Schuldirektor/innen abgesprochen.

 


Kriterien für den Besuch von Fortbildungsveranstaltungen

Kriterien für den Besuch von Fortbildungsveranstaltungen während der Unterrichtszeit

Der Artikel 12 des staatlichen Kollektivvertrages (LKV vom 16.04.1998, dezentralisierter KV vom 12.05.1999) sieht vor, dass jede Lehrperson im Laufe des Schuljahres fünf Tage Fortbildung während der Unterrichtszeit besuchen darf. Die Freistellungen erfolgen unter Berücksichtigung der Diensterfordernisse. Junglehrer/innen mit zeitlich befristeten Arbeitsverträgen und/oder mit wenig Unterrichtserfahrung werden angehalten, vom Angebot der Tutoren Gebrauch zu machen.

Zulassungskriterien

Bei großem Interesse und genügender Teilnehmerzahl werden Kurse nach Möglichkeit doppelt angeboten.

Wenn die Anmeldungen über der maximal vorgesehen Teilnehmerzahl liegen und keine Alternativangebote möglich sind, müssen Streichungen vorgenommen werden. Für die Zulassung werden folgende Kriterien angewendet:

  • die Lehrpersonen unterrichten das entsprechende Fach (fachdidaktische Themen)

  • die Lehrpersonen haben in den letzten Jahren in den betreffenden Bereichen wenig oder keine Fortbildung besucht
  • die Lehrpersonen vertreten die einzelnen Schulstellen (auf Schulstellenebene kann eventuell auch getauscht werden).

Prinzipiell gilt, dass alle Lehrpersonen, die an einer Fortbildung (des Sprengels, des Schulverbunds, aus dem Landesfortbildungsplan) teilnehmen, verpflichtet sind, ihre Kollegen in angemessener Form über Gehörtes/Gesehenes/Gelerntes zu informieren.

 


Anmeldungen zu den Kursen

 

Die Anmeldungen zu den Seminaren erfolgen, so weit das möglich ist, bereits am Ende des Schuljahres (April oder Mai). Aufgrund der Meldungen wird ersichtlich, ob ein Seminar stattfinden kann und organisiert wird oder nicht.

Anmeldungen sind verbindlich. Alle Lehrpersonen erhalten von ihrer Direktion eine schriftliche Mitteilung, auf der alle Seminare vermerkt sind.

Abmeldungen sind nur aus triftigen Gründen möglich und erfolgen über die jeweilige Direktion an die Seminarleitung. Teilnehmer/innen können auch Kollegen/Kolleginnen an ihrer Stelle anmelden (Tausch).

Bleiben Teilnehmer/innen unentschuldigt der Veranstaltung fern, wird das von der Seminarleitung der Direktorin/dem Direktor gemeldet und die/der ergreift entsprechende Maßnahmen.

Terminänderungen werden sofort über das Sekretariat an alle Teilnehmer/innen weitergeleitet.

Alle Teilnehmer/innen erhalten am Ende eine schriftliche Bescheinigung über den Besuch der Veranstaltung. Für die Anerkennung als Fortbildung muss der/die Teilnehmer/in mindestens 70% der Veranstaltung besucht haben.

 


Referenten und Seminarleiter

 

Als Referent/innen können externe Experten sowie Lehrpersonen verpflichtet werden. Ausschlaggebend für die Auswahl der Referent/innen sind:

  • fachliche Qualifikation
  • methodische Kompetenzen
  • Bereitschaft, inhaltliche Wünsche und Terminvorstellungen zu erfüllen
     

Als Kriterien für die Bezahlung der Referent/innen gelten:

  • fachliche Qualifikation (Curriculum)

  • Aufwand an Vorbereitung

  • Abschlag von 25%bei zwei Referent/innen

  • Abschlag von  20% bei Wiederholung desselben Kurses

  • Unterscheidung zwischen lokalen und ausländischen Referenten/Referentinnen aufgrund des erhöhten Zeitaufwandes für die Anreise

  • Bezahlung von Halbtagen nur bei externen Referenten

  • Unterscheidung zwischen Referententätigkeit und Gruppenleitung

Als Sätze für die Bezahlung von Referent/innen gelten die gesetzlich vorgeschriebenen Tarife. Es können die vom Schulrat vorgesehenen Angleichungen vorgenommen.

Die Seminarleitung wird an Lehrpersonen vergeben.

An alle Referentinnen/Referenten erfolgt eine schriftliche Beauftragung (mit Name und Telefonnummer der Seminarleiterin/des Seminarleiters) durch die Schuldirektion des Schulverbunds, die mit der Organisation beauftragt ist. Von allen Referentinnen werden die schriftliche Zusage und die nötigen Personaldaten eingeholt.