... und geht in den verdienten Ruhestand.
Frau Direktor Eva Maria Schwellensattl-Hanny überraschte nicht nur das gesamte Kollegium und Verwaltungspersonal des Schulsprengels Ulten, als sie Anfang Juni 2010 ihren Ruhestand für das Schuljahr 2010/11 kundtat. Natürlich hatte sie „ihre“ Jahre längst angereift, hätte sich von Amts wegen schon viel früher vom Schuldienst zurückziehen können, aber niemand hat damit wirklich gerechnet. Aufgrund ihrer bescheidenen und zurückhaltenden Art hat sie sich für „die schnelle Version“ entschieden.
Anfang der 90er Jahre begann Frau Direktor Schwellensattl ihre Karriere als Schuldirektorin in der Grundschule Ulten, im Jahre 2001 wurde sie zur Direktorin des gesamten Schulprengels Ulten ernannt, d.h. auch die beiden Mittelschulen in St. Walburg und St. Pankraz kamen unter ihre Obhut. Ihr wacker zur Seite stand die Vizedirektorin Hildegard Schwarz.
Dass Frau Direktor Schwellensattel eine große Pädagogin ist, haben nicht zuletzt die SchülerInnen gemerkt:„Sie war immer auf unserer Seite!“ (O-Ton einer Schülerin). Offene Lernformen und Projekte fanden bei ihr viel Zustimmung und engagierte Unterstützung, sie suchte nach Ressourcen, um die schulischen Aktivitäten bestmöglich begleiten zu können. So konnten immer wieder Projekte und Theaterinitiativen gestartet werden, wobei den Lehrpersonen z.B. Zirkuspädagogen und Theaterschauspielerinnen zur Seite gestellt wurden.
Noten waren ihr immer ein Gräuel, es fiel ihr schwer zu akzeptieren, dass man Kompetenzen, Leistungen und Verhalten von SchülerInnen in Ziffern ausdrücken muss. Reformen über Reformen hat sie diesbezüglich mitgemacht. Die Form der Bewertung hat sich zum Beispiel in den letzten 19 Jahren vier Mal geändert: Von der beschreibenden Form zu den Bewertungen A, B, C, D, E Mitte der 90er Jahre, über „nicht genügend bis ausgezeichnet“. Nun bewerten wir wieder mit Ziffernnoten. Das Gelbe vom Ei wurde noch immer nicht gefunden.
Die Einführung des Wahlpflicht- und Wahlunterrichtes im Zuge einer erneuten Reform in der Pflichtschule verlangte wieder einen Orientierungswechsel, ihr Einsatz galt aber immer wieder den objektiven Bedürfnissen der SchülerInnen, ihnen wollte sie gerecht werden.
Das Verwaltungspersonal erzählt gern von den gemeinsamen geselligen Ausflügen. Wenn aber auf der Alm „Mensch-ärgere-dich-nicht“ gespielt wurde, brach ihre soziale Einstellung durch: Sie entrüstete sich über dieses „pädagogisch gar nicht wertvolle“ Spiel.
Über die Fortbildungstätigkeit „ihrer“ Lehrpersonen wachte sie mit scharfen Augen, sie wollte Lehrkräfte, „denen die positive und vielseitige Entwicklung der Kinder und Jugendlichen eine Herzensangelegenheit ist, die den anspruchsvollen Herausforderungen ihres Berufes gewachsen sind und kontinuierlich an ihrer Professionalität arbeiten“. (Zitat aus dem Vorwort unseres Schulprogrammes).
Dass sie aber auch eine große Ästhetin ist, merkten alle, die mit ihr arbeiteten. Immer (!) gab es bei den Sitzungen, Elternabenden, internen Forbildungsveranstaltungen einen Blumenstrauß oder ein besonderes Arrangement auf dem Tisch. Dank ihres Einsatzes wurden vom Land ein schönes Kunstobjekt der Südtiroler Künstlerin Elisabeth Oberrauch für den neuen Schulbau der Grundschule in St. Walburg zur Verfügung gestellt und diese sind nun in der neuen Schulbibliothek ausgestellt.
Eine neue Errungenschaft, die aufgrund ihres hartnäckigen und beharrlichen Einsatzes entstehen konnte, ist die Mitarbeit einer psychopädagogischen Fachkraft an unserer Schule. An nur wenigen Schulen dieses Landes kann dieser wertvolle Dienst angeboten werden.
Am 21. Oktober wartete bei einer Feier im Kulturhaus in St. Walburg der gesamte Schulsprengel Ulten auf, um ihre ehemalige Frau Direktor zu ehren.
Die Moderation der Aufführung übernahmen zwei Schülerinnen, es wurden viele selbst gedichtete Lieder vorgesungen und musikalische Einlagen dargeboten, es gab ein Theaterstück und einen Sketch, eine „zirkusreife“ Zirkusnummer, eine Power Point zur schulischen Karriere unserer Frau Direktor wurde gezeigt und es gab auch eine Tanzeinlage. Alle wollten ihr Bestes geben und dies ist auch wirklich gelungen. Eine sichtlich gerührte Frau Direktor bedankte sich bei allen, vor allem aber bei den SchülerInnen mit den Worten: „Ihr seid die Wichtigsten!“
Dankesworte gab es von der ehemaligen Elternvertreterin, Dr. Magdalena Gamper, und der Vertreterin der Winterschule, Frau Traudl Schwienbacher, den beiden Gemeindereferentinnen von St. Walburg und St. Pankraz, Frau Egger Erna und Kollegin Camen Ties.
Wir wünschen unserer Frau Direktor zwar keinen geruhsamen Ruhestand, (das wäre lachhaft, jeder weiß dies, der sie kennt), sondern eine kreative, abwechslungsreiche Zeit!
Alles, alles Gute!!!
Die Grundschulen St. Gertraud, St. Nikolaus, St. Walburg und St. Pankraz und die beiden Mittelschulen St. Walburg und St. Pankraz mit ihrem neuen Direktor Hansjörg Unterfrauner.