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Begegnung mit dem Zeitzeugen Herrn Breitenberger Franz am 24.03.2011

 

Am Donnerstag, den 24. März hat unsere Klasse, die 3 A St. Pankraz, Herrn Breitenberger Franz aus Kuppelwies eingeladen. Er wurde 1926 am „Pastelehof“ in St. Nikolaus geboren. Als Zeitzeuge konnte er uns aus seiner Kindheit und Jugend  unter dem Faschismus und ab 1943 vom Nationalsozialismus in Südtirol erzählen.
Er stammt aus einer Dableiberfamilie und wuchs mit 12 Geschwistern auf. Franz erzählte uns von seiner Schulzeit während des Faschismus. Der Unterricht spielte sich in italienischer Sprache ab und die SchülerInnen verstanden anfangs natürlich herzlich wenig. Franz bekam aber mit seinen Geschwistern noch am Nachmittag Deutschunterricht von seiner Tante, die Lehrerin war. Sie ist von den Faschisten aus dem staatlichen Schuldienst entlassen worden. Im Optionsjahr 1939 war er 13 Jahre alt und Franz kann sich  noch gut erinnern, dass jemand bei ihnen am Hof die Fensterscheiben eingeschlagen hat, weil sie als „Dableiber“ als „Walsche“ verschrien waren. Mit 18 Jahren, 1944, bekam er die Einberufung zur deutschen Wehrmacht, weil die Nationalsozialisten inzwischen in Südtirol (Operationszone Alpenvorland) einmarschiert waren. Er machte die Ausbildung beim Militär, aber im Juli 1944 ist er aus der Kaserne in Schlanders geflüchtet. Er wollte keinen Eid auf den Führer leisten, außerdem war er überzeugt, dass dieser Krieg für die deutsche Wehrmacht nicht zu gewinnen  war. Er flüchtete nachts über die Berge ins Ultental und vor dort übers Rabbijoch ins Rabbital, ins benachbarte Trentino. Natürlich hat er nicht damit gerechnet, dass der Krieg noch so lange dauern würde, bis zum Mai 1945: so lange musste er sich verstecken, konnte sich nur nachts weiterbewegen und lebte unter ständiger Lebensgefahr. Er war zwar bewaffnet, war aber immer froh, diese Waffe nie gebraucht zu haben. Auch sein Bruder Josef, der inzwischen verstorben ist, war ein Deserteur, ein Kriegsverweigerer. Damals galten sie als „Feiglinge“, die sich vor dem Krieg drücken wollten. Doch wie mutig waren diese Leute damals, gegen den Strom zu schwimmen!
Franz erzählte gerne aus seinem bewegten Leben und er gab zum Abschluss den SchülerInnen zu bedenken, dass es ganz wichtig ist, die italienische Sprache gut zu lernen, weil sie in Südtirol einfach wichtig ist. Mag sein, dass Englisch eine Weltsprache ist: das Italienische ist die Sprache unserer Nachbarn.

3 A, St. Pankraz.

 

 

 

 

 
   

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