Im April 2011 stattete uns Herr Schwienbacher auf Einladung unserer Geschichtelehrerin Karin Valorz einen Besuch ab.
Er erzählte uns von seinen Erlebnissen in der Optionszeit und der Zeit des Faschismus, bzw. Vorkommnisse aus jener Zeit, die im Dorf weitererzählt wurden.
Mit dem „Marsch auf Rom“ am 28. Oktober 1922 gelang es Mussolini, die Macht an sich zu reißen.
Zeitgleich wurde auch mit der Italianisierung Südtirols begonnen.
1923 erfand Senator Ettore Tolomei mit dem Gesetz vom 23. März 1923 einen italienischen Ortsnamen für Südtirol (nämlich: „Alto Adige“ was übersetzt „Hochetsch“ heißt).
Die deutschen Bürgermeister wurden des Amtes enthoben und von den Gemeindesekretären, Lehrern sowie vielen Beamten. Deutsche Vereine wurden aufgelöst, Chöre und der Deutschunterricht wurden verboten.
Herr Schwienbacher berichtete, dass diese schwere Zeit auch in Ulten nicht spurlos vorbeigegangen ist.
Im Laufe der 1920er Jahre gab es nur noch italienische Schulen. Die Lehrer, welche in der Schule unterrichteten konnten kein Wort Deutsch und die Kinder kein Italienisch, (die Lehrer haben z. B. Einen Füller hochgehoben und sagten „penna“, um den Schülern Italienisch beizubringen).
Die Südtiroler wollten nicht Italiener werden und schickten ihre Kinder zum Deutschunterricht in die Katakomben Schule. Herr Schwienbacher wurde, zusammen mit seinen vielen Geschwistern von einem Hauslehrer zu Hause unterrichtet; dieser war von Schwienbachers Mutter als Hausmeister eingestellt worden, nachdem er aus der deutschen Schule entlassen worden war.
1945 war der schreckliche Krieg und somit auch die Zeit des Faschismus endlich zu Ende.
Die „Deutschwähler“ und die „Dableiber“ haben im Laufe der Zeit auch bei uns Frieden geschlossen.
Ein Teil der Abgewanderten ist wieder zurückgekehrt und man begann auch bei uns in Ulten, die Autonomie so auszubauen, dass wir als Südtiroler in unserem schönen Heimattal eine gute Zukunft haben.
Möge der Leidensweg der Südtiroler unter der faschistischen Herrschaft ein Mahnmal sein, dass sich solch schreckliche Ereignisse nie wieder wiederholen.
Die Klasse 3B und die Lehrpersonen bedanken sich recht herzlich für den interessanten Vortrag von Herrn Schwienbacher.
Deborah Pilser, Lisa Matzoll |


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