Lesen als AuftragLesen und Lernen gehören zusammen. So ist es zu verstehen, dass in den vergangenen Jahrzehnten in vielen Schulen dem Lesen eine Wertigkeit beigemessen wurde und wird, um die uns einige Regionen im näheren und weiteren Umfeld beneiden. Das Amt für Bibliotheken und Lesen versteht sich als Partner der Schulen. von Volker Klotz Der Einsatz kommt nicht von ungefähr, ist er doch mit kulturpolitischen Überlegungen genauso verknüpft wie mit der geografischen Randlage, aber auch mit der Tatsache, dass es in Südtirol Einrichtungen und Menschen gegeben hat, die sich auf einer Metaebene des Themas Lesen angenommen haben.
BEWÄHRTE STRUKTUREN Strukturell gibt es bereits seit Jahren eine gute und bewährte Zusammenarbeit zwischen dem Bereich für Beratung und Innovation im Bildungsressort und dem Amt für Bibliotheken und Lesen in der Kulturabteilung des Landes. Diese Zusammenarbeit findet ihren Niederschlag vor Ort, wo (Pflicht-)Schulen auch mit den örtlichen Bibliotheken mehr oder weniger intensiv zusammenarbeiten. Dies äußert sich in differenzierten Leseangeboten, die einerseits individuelle Lese-erlebnisse ermöglichen, damit zur Lesemotivation ganz erheblich beitragen und andererseits durch eine förderliche Lese-umgebung Wege zum selbstständigen Lesen eröffnen. Über diese inhaltliche Zusammenarbeit hinaus wird vor Ort in vielen Fällen auch das Medienangebot abgestimmt, Jahres-themen werden aufgegriffen und entsprechende gemeinsame Angebote geschaffen. Grundsätzlich versteht sich das Amt für Bibliotheken und Lesen als Einrichtung, die Rahmenbedingungen zu schaffen versucht, um Lese- und Literaturvermittlung zu ermöglichen. DIE ANGEBOTEInhaltlich organisieren wir seit über 30 Jahren Begegnungen mit Kinder- und Jugendbuchautoren, auf die in einem gesonderten Artikel (s. "Wer gut lesen kann, ist besser dran") eingegangen wird. Die Veranstaltung „Lesen, Hören, Wissen“ im Mai stellt Neuerscheinungen aus den Bereichen Bilderbuch, Kinder- und Jugendbuch und der erzählenden Literatur in den Mittelpunkt. Die von Experten besprochenen Bücher liegen für den Zeitraum der Veranstaltung auf, können eingesehen werden und es gibt eine begleitende Besprechungsliste. Diese Auswahl soll helfen, über das „Lesefutter“ hinaus, das es auf alle Fälle auch braucht, auf Neuerscheinungen hinzuweisen, die der Vermittlung bedürfen. Damit leistet die Veranstaltung, die von allen Interessierten – Bibliothekar/innen und Lehrer/innen – kostenlos besucht werden kann, einen Beitrag zum Bestandsaufbau für Öffentliche Bibliotheken und Schulen. Um für den Bestandsaufbau eine zusätzliche Hilfestellung zu geben, bietet das Amt für Bibliotheken und Lesen auch eine Rezensionsdatenbank an. Diese für Bibliotheken und Schulen wichtige Informationsquelle ermöglicht die Suche nach verschiedenen Kriterien. Das Spannende daran ist, dass hier 21 Literaturzeitschriften bzw. Besprechungskataloge aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol ausgewertet werden, die zudem noch einzeln angewählt werden können. Ein weiteres Angebot, das wir seit einigen Jahren machen, sind die sogenannten Wissens-Trolleys für Schüler im Alter von 7 – 11 und von 11 – 14 Jahren. Dabei geht es um Sachmedien, die verschiedene Anknüpfungspunkte zum Arbeiten mit Sach-texten bieten. Die Trolleys enthalten neben den Büchern ein Skriptum mit Arbeitsmaterialien für die einzelnen Bücher. Für das Triennium organisieren wir in unregelmäßigen Abständen Autorenbegegnungen aus dem Tiroler Raum, aus Nord- und Osttirol, Südtirol und fallweise aus dem Trentino. Auf einer Metaebene sind wir immer wieder mit dabei, wenn es darum geht, größere Leseaktionen mitzuplanen. Dabei steht der Gedanke Pate, dass größere Aktionen zentral vorbereitet werden und sich die Akteure vor Ort dann unkompliziert einklinken können. So waren dies in der Vergangenheit der Südtiroler Leserpreis, das Südtiroler Lesejahr oder vor einigen Jahren der Südtiroler Lesefrühling. Der Erfolg dieser landesweiten (Lese-)Aktionen liegt darin, dass hier Institutionen zusammenarbeiten, die ähnliche Zielsetzungen verfolgen, denen es nicht um die eigene Profilierung geht, sondern darum, das Lesen in seiner Vielschichtigkeit zu sehen und dabei die unterschiedlichen Zugänge zum Lesen zu berücksichtigen. Ein weiteres Angebot, das wir gemeinsam mit der Drehscheibe realisieren werden, ist die Integration der Leseboxen in das Angebot des Amtes für Bibliotheken und Lesen. Dafür spricht die zentralere Lage als der derzeitige Bozner Standort und die Überlegung, dass sie von unserem Amt aus leichter in einzelne Schulen gebracht werden können. Zudem könnten sie mit dem Medienangebot des Amtes für Audiovisuelle Medien integriert werden, um so ein bestimmtes Thema auch über auditive und visuelle Medien zu vertiefen. DIE LESE-MENSCHEN All die Aktionen sind jedoch nur dann von Erfolg gekrönt, wenn es gelingt, die Menschen, die sich dafür einsetzen, zu qualifi-zieren und sie zu begeistern. Deshalb gibt es gemeinsam mit dem Bereich Beratung und Innovation getragene Lehrgänge, in denen Lehrerinnen und Lehrer zu „Experten für Schulbibliothek und Leseförderung“ ausgebildet werden. Darüber hinaus wurde zum zweiten Mal eine mehrteilige Fortbildungsreihe „Vorlesen, Lesen & Mehr“ durchgeführt, bei der es darum geht, wie man mit Kindern und Jugendlichen schöne Vorlesemomente gestalten kann. Wenn einige Schulen in den nächsten Wochen und Monaten mit E-Book-Readern ausgestattet werden, dann hat dies auch damit zu tun, dass wir das Thema Lesen nicht nur auf das Medium Buch reduzieren wollen, sondern der Auffassung sind, dass Lesen über verschiedene Trägermedien thematisiert werden soll, damit auch solche Menschen angesprochen werden, die dem Medium Buch eher negativ gegenüber stehen. Hier spielt auch – über das konkrete Angebot unseres Amtes hinausreichend – das Angebot der Landesbibliothek „Dr. F. Teßmann“ mit hinein, die mit dem Angebot der Biblio24 die Möglichkeit bietet, ort- und zeitunabhängig, eBooks, eAudios, ePapers usw. zu nutzen. Die zwei dafür notwendigen Voraussetzungen sind eine gültige Benutzerkarte für die Landesbiblio-thek und ein Internetanschluss. Das Angebot steht rund um die Uhr zur Verfügung, und man kann jederzeit von jedem beliebigen Internetterminal aus auf die digitalen Medien zugreifen und sie ausleihen. Das Amt für Bibliotheken und Lesen versteht Leseförderung als flächendeckende Aufgabe von Familie, Bildungseinrichtungen und Bibliotheken. Landesweite Aktionen können hier einen Beitrag leisten, Lesen als gesellschaftspolitischen Auftrag zu sehen. Darüber hinaus bieten wir Bibliotheken und Schulen dort konkrete Hilfestellungen, wo wir sehen, dass Lücken im (Lese-) Ange-bot zu schließen sind.
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SCHULE & PARTNER
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